Positives Zwischen-Fazit

Bundesweit einzigartig: Uni Göttingen untersucht kriminelle Karrieren

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Rückfälligkeit von Straftätern: Nur 34 Prozent der strafrechtlich Sanktionierten oder aus der Haft Entlassenen wurden erneut straffällig.

Göttingen. Eine bundesweit einzigartige Studie der Uni Göttingen zur Rückfälligkeit von Straftätern wird verlängert und mit 300.000 Euro gefördert.

Und zwar von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Gemeinsam mit dem Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg untersuchen die Wissenschaftler, inwieweit Strafsanktionen die Täter davon abhalten, weitere Straftaten zu begehen.

Grundlage der einmaligen bundesweiten Untersuchung sind Eintragungen für rund eine Million Menschen im Bundeszentralregister. Diese ermöglichen vielfältige Aussagen über den Rückfall nach einer Verurteilung, differenziert nach bestimmten strafrechtlichen Sanktionen und verschiedenen Deliktgruppen.

„Durch die Verknüpfung dieser Ergebnisse wird ein Beobachtungszeitraum von insgesamt 15 Jahren möglich, so dass wir auch den Verlauf krimineller Karrieren untersuchen können“, erläutert Projektleiter Prof. Dr. Jörg-Martin Jehle von der Juristischen Fakultät der Universität Göttingen.

Die Förderung schließt auch den Aufbau einer Datenbank ein, die künftig anderen Forschern für eigene Studien zur Verfügung stehen soll. Den Aufbau der Datenbank leitet der Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr. Matthias Schumann von der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Göttingen.

Nach einem Zwischen-Fazit halten Haftstrafen oder andere Sanktionen viele Straftäter von neuen Gesetzesbrüchen ab. Nur 34 Prozent der strafrechtlich Sanktionierten oder aus der Haft Entlassenen wurden demnach erneut straffällig.

Die bisherigen Ergebnisse der Studie gibt es hier

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