Urteil des Landgerichts Göttingen

Kindesmissbrauch: Göttinger mit dem Fahrrad nach Italien geflüchtet - Jetzt ist das Urteil gefallen

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Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Dort wurde der 59-Jährige verurteilt. Er muss laut Urteil für insgesamt vier Jahre in Haft.

Missbrauchsprozess in Göttingen: Ein mutmaßlicher Sexualstraftäter war mit dem Fahrrad nach Italien geflüchtet und war dort verhaftet worden. Jetzt hat das Landgericht den Göttinger verurteilt

  • Mann aus Göttingen hat Kinder in 17 Fällen missbraucht
  • Täter flüchtet mit Fahrrad nach Italien
  • Wegen Kindesmissbrauch muss Eric J. für vier Jahre in Haft

Im Missbrauchsprozess gegen den in Italien verhafteten mutmaßlichen Sexualstraftäter Eric J. hat das Landgericht Göttingen das Urteil verkündet.

Die Jugendschutzkammer verurteilte den 59-jährigen Göttinger wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in 17 Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte im Zeitraum zwischen 2011 und 2017 zwei Mädchen aus seinem früheren familiären Umfeld wiederholt missbraucht hat. Die Kinder waren zur Tatzeit zwischen acht und zwölf Jahren alt. 

Kindesmissbrauch in Göttingen: Mann verübte wahrscheinlich weit mehr sexuelle Übergriffe 

Man müsse davon ausgehen, dass noch mehr passiert sei, sagte der Vorsitzende Richter am Landgericht Göttingen, Michael Kalde. Diese Taten seien aber nicht nachweisbar und deshalb auch nicht angeklagt worden. Zum Schutz der Opfer fand der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, lediglich zur Urteilsbegründung war die Öffentlichkeit zugelassen.

Die Missbrauchsfälle waren im Mai 2018 bekannt geworden, nachdem eines der betroffenen Kinder sich den Eltern gegenüber offenbart hatte. Nach Angaben des Vorsitzenden Richters war der Angeklagte daraufhin in Richtung Nordsee geflüchtet, wo er einen Suizidversuch unternahm und in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wurde.

Kindesmissbrauch in Göttingen: Polizei stellt zunächst keinen Haftbefehl aus

 Dort vernahm ihn ein Polizist zu den Missbrauchsvorwürfen. Da der 59-Jährige aus Göttingen ein Geständnis ablegte und zudem ankündigte, sich stellen zu wollen, wurde zunächst kein Haftbefehl erlassen.

Stattdessen flüchtete der Angeklagte jedoch erneut. Zunächst war er ein Jahr lang mit dem Fahrrad in Deutschland unterwegs, dann radelte er den Jakobsweg entlang nach Santiago de Compostela und weiter durch Portugal und Südfrankreich nach Italien. 

Kindesmissbrauch in Göttingen: Eine Woche vor Heiligabend verhaftet

Eigenen Angaben zufolge war es sein Ziel gewesen, Heiligabend auf dem Petersplatz in Rom zu sein. Rund eine Woche vorher nahmen jedoch Carabinieri den mit einem europäischen Haftbefehl Gesuchten auf einem Campingplatz in der Nähe von Livorno fest. Er wurde später nach Deutschland überstellt und kam dann in die Justizvollzugsanstalt Rosdorf in Untersuchungshaft.

Das Landgericht Göttingen kam aufgrund eines psychiatrischen Gutachtens zu dem Schluss, dass der Angeklagte zwar pädophile Neigungen habe, aber voll schuldfähig sei. „Er wusste, was er getan hat, und konnte sich uneingeschränkt steuern“, sagte der Vorsitzende Richter.  pid 

Festnahme im Raum Northeim: Mann soll Kinder schwer sexuell missbraucht haben

Kindesmissbrauch: Einem

vorgeworfen. Der Prozess startete unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Die Ermittlungen zum Missbrauchsfall von Lügde (NRW) haben jetzt auch zu einer Festnahme in Südniedersachsen geführt. Ein 48-Jähriger aus dem Landkreis Northeim wurde festgenommen.

Der Missbrauchsfall auf dem Campingplatz in Lügde schockte Deutschland. Nun sind die Ermittler auf einen weiteren schweren Missbrauchsfall in Südniedersachsen gestoßen.

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