Feuerwehr als Unterrichtsfach

Neuheit: Wahlpflichtkurs Feuerwehr an Geschwister-Scholl-Gesamtschule

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Feuerwehr als Unterrichtsfach: Das gibt es ab sofort in der Göttinger Geschwister-Scholl-Gesamtschule.

Die Göttinger Geschwister-Scholl-Gesamtschule (GSG) bietet in Kooperation mit der Berufsfeuerwehr der Uni-Stadt einen Feuerwehrkurs für Neuntklässler an. 

Damit ist die Schule deutschlandweit ein Vorreiter. 16 Jugendliche nehmen an diesem Wahlpflichtkurs teil, 40 Bewerber gab es, die die Kooperation von Schule und Feuerwehr nutzen wollten. 

„Die Plätze wurden verlost“, sagte Kirsten Werner, Lehrerin des Wahlpflichtkurses und ehrenamtliche Feuerwehrfrau, über die große Nachfrage.

Dabei sei darauf geachtet worden, dass es ein möglichst ausgeglichenes Verhältnis zwischen bereits Aktiven in der Jugendfeuerwehr und Jugendlichen gibt, die noch keine Berührung mit Feuerwehren hatten.

Idee entstand über dem Gartenzaun

Beim Zustandekommen spielte ein Gartenzaun die entscheidende Rolle, oder besser: die Nachbarschaft. Denn die Idee wurde bei einem Plausch zwischen dem Fachbereichsleiter für Arbeit-Wirtschaft-Technik an der GSG, Frank Richardt, und dem Leiter der Berufsfeuerwehr, Dr. Martin Schäfer, geboren, das die beiden Nachbarn über den Zaun führten, wie sie bei der Vorstellung des Projekts erzählten.

Also wurden Pläne entwickelt, Mitstreiter und Unterstützer für das Projekt gesucht und gefunden sowie Genehmigungen eingeholt. Daraus entstand an der GSG ein Wahlpflichtkurs für die neunten Klassen, der montags in der Wache der Berufsfeuerwehr an der Breslauer Straße stattfindet und mit der Prüfung zur „Truppmannausbildung“ (erster Teil) abgeschlossen werden soll. Danach können die Schüler dann sofort am aktiven Dienst einer Freiwilligen Feuerwehr teilnehmen.

Ehrenamt und berufliche Orientierung

Ein Anstoß für das Projekt ist, dass es schwieriger geworden ist, Nachwuchs für Feuerwehren zu finden. Deshalb wird in einigen Orten Deutschlands sogar schon über Pflichtfeuerwehren gesprochen. 

Der Schulleiter der GSG, Tom Wedrins, sagte, es gehe um ehrenamtliches Engagement, soziale Kompetenzen, Perspektiven, aber auch berufliche Orientierung. Einer der teilnehmenden Schüler, Kevin Neumann (15), könnte sich vorstellen, später einmal Berufsfeuerwehrmann zu werden.

Größtes Problem im Vorfeld war die Organisation der persönlichen Schutzausrüstung für die vier Mädchen und zwölf Jungen, die an der Feuerwehrausbildung teilnehmen. Sie ist vorgeschrieben, konnte aus öffentlichen Kassen aber nicht bezahlt werden.

Dank einer großzügigen Unterstützung von Sponsoren konnte sie jedoch zur Verfügung gestellt werden. Die Göttinger Schule strebt jetzt an, den Wahlpflichtkurs Feuerwehr zu einer ständigen Einrichtung zu machen. Göttingens Erster Stadtrat Christian Schmetz nannte die Initiative eine „großartige Idee.“

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