1. Startseite
  2. Lokales
  3. Göttingen
  4. Göttingen

Die Zukunft des Weltladens in Göttingen ist entschieden

Erstellt:

Von: Raphael Digiacomo

Kommentare

Gute Nachrichten für Freunde von fairem Handel und Kaffeegenuss: Der Weltladen in der Göttinger Innenstadt bleibt bestehen. Doch gibt es einige Neuigkeiten zu dem beliebten Geschäft und Café.

Göttingen – Gute Nachrichten für alle Kunden und Liebhaber des Weltladens: Das Café mit zugehörigem Fair-Trade-Laden in der Nikolaistraße bleibt bestehen. Eine Schließung des Geschäfts – eine Institution in der Innenstadt von Göttingen – steht nun nicht mehr zur Debatte.

Ganz im Gegenteil plant der zugehörige Arbeitskreis Solidarische Welt, seine Verwaltungsstruktur nun auszubauen und zu modernisieren. Das haben seine Mitglieder bei einer Versammlung samt Abstimmung am Montag mit überragender Mehrheit beschlossen.

Zukunft des Weltladens in Göttingen ist entschieden: Geschäft und Café bleiben bestehen

Der Göttinger Weltladen bleibt bestehen. Das hat der Arbeitskreis Solidarische Welt am Montag bei einer Mitgliederversammlung beschlossen.
Der Göttinger Weltladen bleibt bestehen. Das hat der Arbeitskreis Solidarische Welt am Montag bei einer Mitgliederversammlung beschlossen. © Raphael Digiacomo

„Wir konnten den Antrag zur Schließung des Ladens und Auflösung des Vereins abschmettern“, sagt Mitglied Tobias Wojcik. „Das ist ein fantastisches Ergebnis und bestätigt uns in unserem Engagement.“ Bei der Abstimmung hatte es 28 Stimmen zugunsten eines Weiterbetriebs des Ladens, zwei Gegenstimmen und vier Enthaltungen gegeben.

Wir konnten den Antrag zur Schließung des Ladens und Auflösung des Vereins abschmettern.

Tobias Wojcik

Der Weltladen vertreibt seit 48 Jahren fair gehandelte Produkte wie Kaffee, Tee, Schokolade und Bananen sowie Schmuck und Kleidung. Außerdem gehört zu dem Geschäft ein kleines Café, das Besuchern Getränke und auch Gebäck der Göttinger Brotgalerie, einem engen Kooperationspartner, bietet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich dabei komplett ehrenamtlich.

Personalmangel und mangelnder Umsatz hatten dem Weltladen zuletzt zu schaffen gemacht. Dies hatte zu Unstimmigkeiten innerhalb des Arbeitskreises geführt, einige Mitarbeiter hatten dessen Auflösung gefordert.

Göttingen: Personalmangel und niedriger Umsatz führten zu Debatte um Weltladen

Einer von ihnen erklärte: „Letztlich handelt sich um ein Zuschussgeschäft. Das ist unter den aktuellen Umständen einfach nicht rentabel und kann auf die Dauer so nicht gut gehen.“ Die Bereitschaft junger Menschen, Zeit in ein Ehrenamt zu investieren, nehme immer mehr ab.

Die Umstellung der Studiengänge von Diplom auf das Bachelor- beziehungsweise Mastersystem mache es zahlreichen Göttinger Studenten schlicht unmöglich, neben Leistungsdruck und finanzieller Unsicherheit Zeit für das Ehrenamt zu finden.

Auch Ehrenamt braucht klare Regeln.

Tobias Wojcik

Umso erfreuter ist Wojcik, dass die Aufrufe zur Mitarbeit in den Sozialen Netzwerken auf breites Interesse gestoßen sind. „Wie es momentan aussieht, vollziehen wir gerade erfolgreich einen wahren Generationswechsel“, erklärt der 44-jährige Göttinger.

Notwendiger Generationswechsel: Arbeitskreis Solidarische Welt will Verein modernisieren

Der neue Vorstand, bestehend aus vier Personen, habe sich das Ziel gesetzt, die Formalisierung des Vereins voranzutreiben. Dies beziehe sich auf Satzung und Vereinsstruktur. „Künftig wollen wir ein System etablieren, mit dem wir interessierten aber viel beschäftigten Personen auch Fördermitgliedschaften anbieten können.“

Zusätzlich sei ein Awareness-Amt eingerichtet worden, „um die Kommunikation innerhalb der Gruppe zu verbessern.“ Wojcik erklärt: „Auch Ehrenamt braucht klare Regeln.“ Noch immer sei der Verein auf der Suche nach Menschen, die sich engagieren wollen und die Möglichkeiten dazu seien vielfältig: Ob Kuchen backen, Schichten im Laden oder Hilfe bei der Abrechnung – jeder könne sich und seine Talente einbringen.

Unser Verein ist sehr divers und bietet Platz bewusst Platz für Diversität.

Tobias Wojcik

„Unser Verein ist sehr divers und bietet Platz bewusst Platz für Diversität; wir haben queere Mitglieder und Behinderte – alles von Schülern über Studenten bis hin zu Rentnern“, so Wojcik. Besucher, Kunden und Interessierte seien herzlich willkommen, einen Kaffee zu trinken und ins Gespräch zu kommen. (Raphael Digiacomo)

Mehr Informationen finden Sie auf der Website, auf dem Instagram-Profil und der Facebook-Seite des Weltladens.

Verwandte Themen: Auch bei der „Fairen Woche“ in der Uni-Stadt war der Weltladen beteiligt. Göttinger Schüler haben mit dem „Fair Cup“ ein Pfand für Kaffeebecher entwickelt.

Auch interessant

Kommentare