Konzept der Stadtverwaltung

Göttingen will ehrenamtliche Flüchtlingshelfer stärken

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Göttingens Sozialdezernentin Petra Broistedt (links): Hier ist sie im Gespräch mit Sozialministerin Carola Reimann. 

Göttingen. Die Stadt Göttingen hat ein überarbeitetes Konzept zur Integration von Geflüchteten vorgelegt. Kernpunkte sind die verstärkte dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge und eine umfassendere Zusammenarbeit von haupt- und ehrenamtlichen Helfern.

Sozialdezernentin Petra Broistedt und Maik Grote (Büro für Integration), der das von 2014 stammende Konzept in Abstimmung mit den Ehrenamtskoordinatoren erweitert hat, stellten es im Neuen Rathaus vor. Das neue Konzept sei auch eine „Würdigung der ehrenamtlichen Arbeit“, sagte Grote. Insbesondere abseits der großen Sammelunterkünfte, die über eine geeignete Infrastruktur zur Vermittlung der Geflüchteten verfügen, komme den Ehrenamtlichen eine große Bedeutung zu, erklärte Broistedt.

Das Kernziel des Konzepts bleibe die Schaffung von Wohnraum, um die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen zu gewährleisten. Neben dem knappen Angebot von bezahlbaren Wohnraum in Göttingen, gibt es dabei noch ein anderes Problem: So würden viele Geflüchtete, die gerade eine eigene Wohnung bezogen haben, eine weitere Begleitung durch Helfer benötigen und auch wollen, sagte Broistedt. Um das zu erreichen, sollen künftig gezielt Ehrenamtliche für die Begleitung der dezentral untergebrachten Flüchtlinge geworben werden.

Grote stellt sich das im Idealfall wie eine Nachbarschaftshilfe vor. Dass sich also Menschen aus dem jeweiligen Wohnquartier um die Zugezogenen kümmern. „Es geht ja auch darum, sich vor Ort den Sozialraum zu erschließen und vielleicht auch die Nachbarschaftszentren zu erkunden“, betonte Grote auf Nachfrage. Wenn aus den Sammelunterkünften allerdings schon Beziehungen zu ehrenamtlichen Helfern bestünden, „wollen wir das unterstützen, dass die Beziehungen weiter bestehen.“ Als ein Mittel kündigte er die Übernahme von Fahrtkosten für die Ehrenamtlichen an.

Ein wichtiger Bestandteil des Konzepts ist die Qualifizierung der Ehrenamtlichen. Mit Modulen und Workshops will Grote den unbezahlten Helfern „Grundlagen mit auf den Weg geben und die Ehrenamtlichen auch ermutigen, sich weiter zu engagieren.“ Dabei geht es um alltägliche Dinge. Wie erklären die Helfer am besten, wie man mit den Nachbarn umgeht und, dass richtiges Lüften und Heizen wichtig ist? „Oder auch die Mülltrennung. Da haben wir Deutsche ja schon manchmal Probleme.“

Für einen Teil der aktuell etwa 2000 Geflüchteten in Göttingen könnte es allerdings noch etwas dauern, bis sie eigene Wohnungen beziehen können. „Wir kaufen von jedem Belegrechte an, der sie uns verkaufen will“, sagte Broistedt. „Das darf man sich aber nicht so vorstellen, dass wir mit Wohnungen zugeschmissen werden.“

Bislang seien etwa 750 Geflüchtete dezentral untergebracht, 1250 in Sammelunterkünften. Zumindest für die Bewohner der Unterkunft an der Siekhöhe, die zum 30. Juni geschlossen wird, ist Broistedt optimistisch, rechtzeitig genug Wohnungen zur Verfügung stellen zu können: „Zwischen August und November haben wir 70 ehemalige Bewohner vermittelt.“ Nun lebten dort noch 74 Menschen. „Wenn der Zuwanderungsstopp vom Land bestehen bleibt, gehe ich davon aus, dass wir alle 74 Menschen bis zum Juni 2019 vermitteln werden.“

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