72 Millionen Euro Förderung

Standort für Hochleistungsrechenzentrum: Göttingen wird zur Super-Rechner-Stadt

Neubau: Auf dem Göttinger Nord-Campus wächst das neue Rechenzentrum für Universität, Universitätsmedizin und Max-Planck-Institute am Forschungsstandort Göttingen
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Neubau: Auf dem Göttinger Nord-Campus wächst das neue Rechenzentrum für Universität, Universitätsmedizin und Max-Planck-Institute am Forschungsstandort Göttingen, der nun auch im Verbund Nationales Hochlseistungsrechnen, dafür gibt es rund 72 Millionen Euro Fördergeld, 20 Millionen kommen aus dem Wirtschaftsministerium in Hannover.

Hochleistungsforschung mit enorm anwachsenden Datenmengen verlangt Hochleistungcomputer und -datenspeicher. Göttingen steht diesbezüglich bald hervorragend da, baut ein Mega-Rechenzentrum am Nord-Campus und wird nun zum Standort im gegründeten Verbund Nationales Hochleistungsrechnen (NHR).

  • Göttingen wird Standort im neuen Verbund Nationales Hochleistungrechnen (NHR) für die Forschung an Super-Computern.
  • In den kommenden zehn Jahren sollen 72 Millionen Euro Förderung nach Göttingen fließen - genauso viel wie an den zweiten Standort Berlin.
  • Ein neues, großes Rechenzentrum der Universität Göttingen, der Uni-Medizin und der Max-Planck-Institute befindet sich bereits im Bau.

Göttingen – Das gab die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern bekannt. Das bedeutet: Es fließt viel Fördergeld in die Uni-Stadt – in Summe etwa 72 Millionen Euro über zehn Jahre. 20 Millionen Euro davon kommen vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) in Hannover.

Berlin erhält eine ebenso hohe Summe. Beide Standorte werden im Sinne der Hochleistungskomputersysteme zusammenarbeiten. Das Geld fließt in Investitionen, Betriebs- und Personalkosten, aber auch in die Weiterbildung der Nutzer.

Forschungsverbund der norddeutschen Bundesländer

Beantragt worden war die Förderung beider Standorte im Namen der sieben norddeutschen Bundesländer des Norddeutschen Verbunds für Hoch- und Höchstleistungsrechnen (HLRN). In Göttingen geht das Geld an die Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH (GWDG), in Berlin an das Zuse-Institut (ZIB) – für ein gemeinsames NHR-Zentrum.

Für Prof. Dr. Ramin Yahyapour, CIO der Uni Göttingen und CEO der GWDG ist sicher: „Diese Förderung erlaubt es uns, rechnergestützte Forschung auf höchstem Niveau insbesondere in den Kompetenzschwerpunkten Lebenswissenschaften, Klimaforschung, Chemie und Ingenieurwissenschaften weiter auszubauen.“

„Göttingen hervorragend aufgestellt“

Die Uni Göttingen setzt seit Jahren auf den stetigen Ausbau der Informatik, der Datenwissenschaften und des Hochleistungsrechnens, wie Uni-Präsident Prof. Dr. Reinhard Jahn betont. Jahn sieht in der Förderung diese Strategie bestätigt: „In vielen wissenschaftlichen Disziplinen ist Spitzenforschung heutzutage zunehmend rechen- und datenintensiv, weshalb wir diesen Bereich sukzessive ausgebaut haben. Hier ist Göttingen nun hervorragend aufgestellt.“

Hierzu gehört der Zugang zu großen Rechnerkapazitäten, aber auch die Entwicklung von geeigneter Software. Zur Standortstrategie gehört auch eine Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), in der ab 2021 wesentliche Anteile der Investitionen des DLR in Hochleistungs-Rechnersysteme am Standort Göttingen gebündelt werden.

Superrechner der vierten Generation laufen schon

Der Norddeutsche Verbund für Hoch- und Höchstleistungsrechnen besteht bereits seit 2001. Ihm gehören die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein an. Erst in diesem Jahr sind die HLRN-Superrechner der vierten Generation „Lise“ (Berlin) und „Emmy“ (Göttingen) in Betrieb genommen worden. Sie werden nun in den NHR-Verbund überführt.

Die GWDG ist gemeinsame Einrichtung der Uni-Göttingen und der Max-Planck-Gesellschaft. Sie erfüllt die Funktion eines Rechen- und IT-Kompetenzzentrums für die Max-Planck-Gesellschaft und des Hochschulrechenzentrums für die Uni. Neben „Emmy“, dem Göttinger HLRN-System, betreibt sie mit dem Scientific Compute Cluster einen weiteren Hochleistungsrechner am Standort – ebenso den geplanten DLR-Hochleistungsrechner.

Von Andreas Arens und Thomas Kopietz

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