Bis 2030

Gegen den Wohn-Notstand: Göttingen will 5000 Wohnungen bauen

Das „Göttinger Bündnis für bezahlbares Wohnen“ im Neuen Rathaus: Umweltminister Olaf Lies (Dritter von links) und Göttingen Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler präsentieren die Zielvereinbarung für das Projekt. Foto: Andreas Arens

Göttingen. Viele Akteure wollen gemeinsam der entstehenden Wohnungsnot in Göttingen entgegenwirken: Das Bündnis für bezahlbares Wohnen hat ehrgeizige Bau-Ziele.

Bezahlbarer Wohnraum wird zunehmend zur Mangelware – vor allem in Großstädten. Die Stadt Göttingen will mit einem gemeinsamen Bekenntnis von Politik, Bau-Unternehmen und Gesellschaft diesem entstehenden Notstand entgegenwirken und bis 2030 etwa 5000 neue Wohnungen bauen.

Klare Ziele

Das „Göttinger Bündnis für bezahlbares Wohnen“ unterzeichnete den Vertrag am Freitag im Neuen Rathaus und schrieb damit auch gleichzeitig die Zielvereinbarungen bis 2030 fest. Ehrengast der Veranstaltung war der niedersächsische Umwelt- und Bauminister Olaf Lies (SPD).

Lies stellte, ebenso wie Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, die Bedeutung von bezahlbaren Wohnungen für den Zusammenhalt der gesamten Gesellschaft heraus. Gleichzeitig verwies er dabei auf die Verantwortung der Politik.

Minister lobt Gemeinsamkeit

„Wohnen ist Daseinsvorsorge und der Staat darf diese Verantwortung nicht ausschließlich dem freien Spiel des Marktes überlassen. Ich freue mich, dass Göttingen mit einem Bündnis für bezahlbares Wohnen dabei ist. Ein Aktionsbündnis, das sich so breit aufstellt, kann gemeinsam kluge Kompromisse finden, um das große Ziel, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, zügig umzusetzen“, erklärte der Minister.

420 Wohnungen pro Jahr bauen

Bis 2030 will das Bündnis in der Uni-Stadt 5000 neue Wohnungen schaffen. Das entspricht etwa 420 Wohnungen pro Jahr. Hintergrund dieser Zielvereinbarung ist, dass ein Forschungsinstitut 2016 einen Bedarf an 4820 Wohnungen bis 2030 für Göttingen festgestellt hatte. 2017 gründeten Vertreter von Stadt, Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, Wohnungsbaugenossenschaften/-gesellschaften, Mietervereine und Studentenwerk das „Göttinger Bündnis für bezahlbares Wohnen.“

1500 Sozialwohnungen

Mindestens 1500 der neu entstehenden Wohnungen sollen der unteren Einkommensgruppe angeboten werden können. Für diese Gruppe beträgt die Obergrenze für die Kaltmiete aktuell 5,60 Euro pro Quadratmeter und Monat.

Kauf von Belegungsrechten

Durch die Verlängerung auslaufender Mietpreisbindungen und den Ankauf von Belegungsrechten sollen zusätzliche 2500 Wohnungen im unteren Preissegment gehalten werden. „Das ist ein ambitioniertes Ziel nicht ohne Aufwand“, betont Oberbürgermeister Köhler, „aber wenn alle wohnungsmarktrelevanten Akteure kooperieren, ist es auch zu meistern.“

Dichter bauen

Zum Konzept gehören neben dem Neubau von Gebäuden auch Nachverdichtung in bestehenden Wohnquartieren und die Stellplatzsatzung. Das heißt: Bebaute Flächen können mit neuen zusätzlichen Bauten bestückt werden. Und: Die Anzahl der Parkplätze pro Wohnung wird verringert. Dabei sollen vernetzte, moderne Mobilitätskonzepte helfen.

Neben der Landesförderung durch die NBank stellt die Stadt Göttingen auch eine Anreizförderung in Aussicht. (ana/tko)

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