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Zäune um Bomben-Verdachtspunkte: Stadt Göttingen bereitet Evakuierung vor

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Von: Thomas Kopietz

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Ende Juli 2022 stehen in der Göttinger Weststadt Bombensondierungen an. Zäune grenzen bereits jetzt einige der betroffenen Evakuierungsgebiete ab.

Göttingen – Die Einsatzstellen der Bombensondierer und der Experten, die zurzeit die Orte der möglichen Bomben im Boden der Göttinger Weststadt vorbereiten, werden weiträumig abgesperrt – davon künden bereits Zäune. Die etwa 10.000 im Evakuierungsradius wohnenden und arbeitenden Menschen haben Post bekommen mit allen wichtigen Informationen zum bevorstehenden Sondierungstermin Ende Juli. (30./31.07.2022)

Dann könnten, wenn sich mögliche Bombenblindgänger als solche einpuppen sollten, auch Sprengungen stattfinden. Mitarbeiter der Stadt Göttingen sind zurzeit unterwegs und verteilen die Information zur Evakuierung per Hauswurfsendung. Die Infos sind auf Deutsch und in 13 weiteren Sprachen außerdem online verfügbar.

Bombensondierungen: Stadt Göttingen bereitet Evakuierung vor – Zäune um Verdachtspunkte

Hinter Zäunen: Die Weststadt im Bereich Schützenplatz, Sparkassen-Arena und Leineufer ist bereits teilweise mit Zäunen abgesperrt. Das sind Vorbereitungen für die Entschärfung/Sprengung der möglichen Bombenblindgänger, die am 30./31. Juli überprüft und eventuell entschärft werden.
Hinter Zäunen: Die Weststadt im Bereich Schützenplatz, Sparkassen-Arena und Leineufer ist bereits teilweise mit Zäunen abgesperrt. Das sind Vorbereitungen für die Entschärfung/Sprengung der möglichen Bombenblindgänger, die am 30./31. Juli überprüft und eventuell entschärft werden. © Thomas Kopietz

Annähernd 10.000 Anwohner leben nach Auskunft der Stadtverwaltung im Evakuierungsradius. Sie müssen zur eigenen Sicherheit ihre Wohnungen und das Sperrgebiet am Samstag, 30 Juli, bis spätestens sechs Uhr morgens, verlassen haben.

„Danach wird das Gebiet kontrolliert. Erst wenn klar ist, dass keine Menschen mehr im Sperrgebiet sind, können die Experten vom Kampfmittelräumdienst mit der Arbeit beginnen“, sagte Erster Stadtrat Christian Schmetz gegenüber unserer Zeitung. Sechs verdächtigte Objekte gilt es dann zu prüfen.

Die von der Evakuierung betroffenen Bewohner sollten möglichst am Abend vorher, also am Freitag, 29. Juli, ihre privaten Fahrzeuge aus der Sperrzone fahren und andernorts parken. Das Evakuierungszentrum der Stadt ist im Felix-Klein-Gymnasium, Böttinger Straße 17, eingerichtet.

Bombensondierungen: Stadt Göttingen stellt Evakuierten Shuttle-Busse zur Verfügung

Dort gibt es aber nur wenige Parkplätze. Deshalb sollten Evakuierte nicht mit dem eigenen PKW dorthin fahren, stattdessen die kostenlosen Shuttle-Busse der GVB „Evakuierungsfahrt“ nutzen. In den Bussen, die am 30. Juli ab 4.50 Uhr im 10-Minuten-Takt fahren, muss die FFP-2-Maske getragen werden.

Menschen, die keine Bleibe für den Zeitraum findet, sollten sich schnell bei der Hotline der Stadt, Tel. 0551/400-50 50, melden. Pflegebedürftige und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen werden ebenfalls gebeten, das Verlassen der Wohnung frühzeitig zu planen und sich an die Hotline zu wenden, sofern nicht bereits Kontakt mit den darauf spezialisierten Einsatzkräften besteht.

Wer Haustiere mit ins Evakuierungszentrum nimmt, muss diese auch unter der genannten Hotline anmelden. Da zurzeit die Corona-Welle in Göttingen rollt, sollten sich auch diejenigen melden, die kurz vor der Evakuierung Corona-positiv getestet werden – ebenfalls unter der genannten Hotline. Die ist übrigens geschaltet von Montag bis Freitag 9 bis 12 Uhr und 14 bis 15.30 Uhr – außer Freitagnachmittag.

Evakuierungen in Göttingen: Anweisungen der Einsatzkräfte ist unbedingt Folge zu leisten

Beim Verlassen der Wohnungen sind die Fenster „auf Kipp“ zu stellen, alle Geräte sowie Bewegungsmelder, Zeitschaltuhren für Beleuchtung auszuschalten. Passiert Letzteres nicht, könnten die Polizeibeamten, die während des Bomben-Einsatzes laufend das Evakuierungsgebiet kontrollieren, getäuscht werden.

Sie würden dann nach Menschen in den Häusern suchen. Folge wäre, die Arbeiten würden unterbrochen oder sich verzögern. Denn geht es nach Christian Schmetz, dem Verantwortlichen für den Bereich Ordnung, dann soll der gesamte Zeit-Korridor Samstag und Sonntag nicht voll ausgenutzt werden.

Christian Schmetz, Erster Stadtrat Göttingen
Christian Schmetz, Erster Stadtrat Göttingen © Per Schröter

„Es ist für alle besser, wenn es zügig geht, die Menschen schnell wieder zurück in die Wohnungen kommen.“ Schmetz appelliert auch, den Anweisungen der Einsatzkräfte unbedingt Folge zu leisten.

Die Stadtverwaltung setzt auch diesmal – wie schon im Januar 2021 – auf umfassende Information. Weitere Hinweise und Fragen sind bei den Fragen und Antworten und im Liveblog der Stadt Göttingen und unter der Warn-App Katwarn zu finden. (Thomas Kopietz)

Immer wieder finden Tiefensondierung nach einem möglichen Bombenfund in Göttingen statt. Für die Bombensondierungen Ende Juli 2022 in Göttingen hat das THW hölzerne Abdeckungen gebaut.

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