Göttingens Oberbürgermeister: Integration dürfte eine ganze Generation in Anspruch nehmen

Ein Programm in vier Editionen: Rüdiger Rohrig, Fachbereichsleiter Arbeit und Qualifizierung, Göttingens Landrat Bernhard Reuter, VHS-Geschäftsführer Thomas Eberwien und Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (von links) präsentierten das aktuelle Programm der VHS. Foto: Papenheim

Göttingen. Die Integration der Flüchtlinge in Deutschland dürfte mindestens zehn Jahre, eher sogar eine ganze Generation in Anspruch nehmen.

Diese Einschätzung gab Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler am Donnerstag bei der Vorstellung des Semesterprogramms der Volkshochschule Göttingen Osterode ab.

Auf diese „gewaltige Herausforderung“, so Göttingens Landrat Bernhard Reuter, reagiert die VHS mit dem Ausbau ihres Angebots an Sprach- und Integrationskursen. Dabei komme der dezentralen Organisationsstruktur der Volkshochschule eine entscheidende Bedeutung zu, betont VHS-Geschäftsführer Thomas Eberwien. Die VHS könne fast überall in den Kreisgebieten Göttingen und Osterode schnell und vor Ort Deutschkurse anbieten. Eberwien: „Kleine Lerngruppen und wohnortnahe Deutschkurse sichern die Qualität und geben den Flüchtlingen eine erste praktische Orientierung zum Leben in Deutschland.“

Finanziert werden diese Kursangebote aus kommunalen Töpfen sowie durch Zuweisungen von Land und Bund. Das Gesamtangebot der VHS mit mehr als 1200 Kursen im Semester wird zu einem Drittel von der öffentlichen Hand finanziert. Die Kursgebühren sollen mit 2,5 Millionen Euro ein weiteres Drittel in die Kasse bringen, schätzt Eberwien. Dazu kommen Drittmittel für Projekte wie zum Beispiel die Flüchtlingsintegration.

Wichtige Erfahrungen für die Flüchtlingsintegration sammelte die VHS bereits im Projekt Adelante, in dem 45 Jugendliche aus Spanien auf den deutschen Arbeitsmarkt vorbereitet werden, um dem Fachkräftemangel in der Region zu begegnen. Den Erfolg des Programms misst Fachbereichsleiter Rüdiger Rohrig daran, dass nach dem dreimonatigen Praktikum 90 Prozent der jungen Spanier in Deutschland bleiben. Andernorts gebe es Abbrecherquoten bis zu 80 Prozent.

Schwerpunkte des Semesterprogramms sind laut Eberwien wieder Gesundheitsangebote und Kurse in mehr als 20 Fremdsprachen. Dabei spielten Bildungsurlaube eine immer größere Rolle, da sich viele Interessenten nicht langfristig zu wöchentlich stattfindenden Kursabenden verpflichten, sondern sich lieber kurzfristig fortbilden wollten. Da viele Betriebe erkannt hätten, wie wichtig lebenslanges Lernen sei, erlebten die Bildungsurlaube eine Renaissance.

Nach der Fusion der Volkshochschulen Stadt und Landkreis Göttingen sowie Osterode erscheint das Programm in vier Editionen für Göttingen, Hann. Münden, Duderstadt und Osterode. Die VHS hat 80 Festangestellte, 720 Dozenten und rechnet mit rund 19.000 Kursteilnehmern.

Anmeldungen und Informationen im Internet.

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