Schwerer Stand für Politiker

Göttinger Abgeordnete kamen mit Fridays for Future-Bewegung ins Gespräch

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Diskussionssrunde: (von links) Moderatorin Doreen Fragel, Ylva Mahnhardt und Hannes Eggers von „Fridays for Future“, Dr. Alok Daniel Weßel von „Scientists for Future, die Bundestagsabgeordneten Fritz Güntzler (CDU), Jürgen Trittin (Grüne), Thomas Oppermann (SPD) und Konstantin Kuhle (FDP) sowie Co-Moderator Dr. Gilbert Heß.

Die  Ortsgruppe der Fridays for Future Bewegung und Göttinger Abgeordnete trafen sich zur offenen Podiumsdiskussion. Das hat auch viele Gäste angelockt. 

„Weil es unsere Zukunft ist!“ lautete das Motto einer Podiumsdiskussion, bei der sich am Mittwochnachmittag die vier Göttinger Bundestagsabgeordneten den kritischen Fragen der Göttinger Ortsgruppe der Bewegung „Fridays for Future“ stellten.

Mehr als 200 Zuhörer

Weit mehr als 200 Interessierte (besonders Schüler und Studenten) waren in den Adam-von-Trott-Saal der Alten Mensa am Wilhelmsplatz gekommen, um die gemeinsame Veranstaltung der Energieagentur Region Göttingen und des Geisteswissenschaftlichen Schülerlabor der Universität Göttingen (YLAB) zu verfolgen und selbst Fragen einzubringen.

Das Podium

Moderiert wurde die Veranstaltung von Energieagentur-Geschäftsführerin Doreen Fragel und YLAB-Leiter Dr. Gilbert Heß. 

Auf dem Podium setzten sich die Bundestagsabgeordneten Fritz Güntzler (CDU), Konstantin Kuhle (FDP), Thomas Oppermann (SPD) und Jürgen Trittin (Bündnis 90/Die Grünen) mit den Fragen der beiden Fridays for Future-Aktivisten Ylva Mahnhardt und Hannes Eggers sowie Dr. Alok Daniel Weßel von Scientists for Future auseinander. 

Dabei ging es vor allem um die Forderungen der Schülerbewegung zum Wirtschaftssystem, zur globalen Verantwortung beim Klimaschutz, zum Kohleausstieg und zur Besteuerung von Treibhausgasemissionen.

Weit über 200 Interessierte waren dabei: Die Podiumsdiskussion „Weil es unsere Zukunft ist!“ war gut besucht.

Schon das Eingangsstatement von Hannes Eggers, wonach der Zwang von Profitsteigerung gleichzeitig der Zwang von permanentem Wirtschaftswachstum sei und dies einen effektiven Klimaschutz unmöglich mache sowie die daraus resultierende Frage, wie dabei Klimaschutz und Kapitalismus vereinbar seien, brachte in den Augen des Fragenden und der meisten Zuhörer kaum befriedigende Antworten.

Wirtschaftssystem

Während sich Fritz Güntzler vor allem darauf berief, dass es sich bei unserem Wirtschaftssystem viel mehr um soziale Marktwirtschat als um Kapitalismus handle und auch in sozialistischen Staaten wie der ehemaligen DDR nichts für den Klimaschutz getan wurde, betonte Jürgen Trittin, dass die Klimakrise unabdingbar mit der Industrialisierung verbunden sei. 

„Man muss sich davon verabschieden, das man dieses Problem ganz einfach mit mehr Effizienz lösen kann“, meinte Trittin.

CO2-Steuer

Thomas Oppermann forderte, dass „diejenigen, die unverhältnismäßig viele Ressourcen verbrauchen, dafür auch bezahlen müssen“ und forderte eine sozial verträgliche CO2-Steuer. Für Konstantin Kuhle sei die Herausforderung „überhaupt nur über die Marktwirtschaft zu schaffen“.

Heimspiel für Trittin

Insgesamt machte sich während der insgesamt zweistündigen Veranstaltung der Eindruck breit, dass außer Jürgen Trittin (hatte als Oppositionspolitiker und Grüner der ersten Stunde mit seinen Aussagen und Forderungen naturgemäß ein Heimspiel) alle Bundestagsabgeordneten einen schweren Stand hatten.

Aus der Deckung

Nur wenn einer mal aus der Parteideckung hervorsprang und wie Fritz Güntzler bekannte, dass die CDU „dieses Thema lange nicht so auf dem Schirm hatte, jetzt aber auch durch Fridays for Future getrieben wird“, konnte gepunktet werden.

Das blieb haften

Am Ende blieben zwei Bemerkungen besonders haften. „Deutschland tut noch nicht sein Bestes, aber das Haus brennt bereits und wir haben keine Zeit mehr zu warten“, sagte Ylva Mahnhardt und sprach von der „größten Krise in de Menschheitsgeschichte“. Und Dr Alok Daniel Weßel bemerkte: „Klimaschutz ist keine Kann-Lösung, er muss vielmehr oberste Priorität haben.“

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