Göttinger Alexanderpreis ehrt Journalisten

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Die Preisträger des Alexanderpreises 2017.

Göttingen. Während einer Feierstunde im Deutschen Theater hat die Göttinger Alexanderstiftung den Alexanderpreis 2017 verliehen.

Die Stühle reichten kaum im Keller des Deutschen Theaters, als die Verleihung des Alexanderpreises bevorstand. Auf die Bedeutung dieses Journalistenpreises verwies der Vorsitzende des Stiftungskuratoriums, Jens Wortmann.

In heutigen Zeiten habe es die Presse nicht leicht. In der Türkei - obwohl dieses Land die Aufnahme in die Europäische Union begehre - werde Pressefreiheit mit Füßen getreten, gleiches geschehe seit der Wahl des neuen Präsidenten in den Staaten, wo Freiheit als besonderer Wert geschätzt werde.

Preisträger 

Den ersten Preis erhielten die Studierenden Eric Angermann, Eva Klay, Julia Kopp, Jan C. Oestreich, Jennifer Stümpel und Tobias Trutz für die Arbeit „Verdrängt - Verfolgt - Vergessen: Das Judenhaus Weender Landstraße 26 und seine BewohnerInnen“ aus der Schriftenreihe der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Göttingen.

Wie schon so oft gehöre der Journalist Norman Lippert in die Reihe der Gekürten, begann Elena Schrader die Laudatio für ihn. Sein Text „Schwarz auf Weiß - Die Wiege des Papierrecyclings liegt in Göttingen“, der im faktor-Magazin 3/2016 erschien, war der Jury einen zweiten Preis wert.

Der Göttinger SPD-Politiker Klaus Wettig wurde für den Text „Als die Hannoveraner Preußen wurden“ im Göttinger Tageblatt mit dem dritten Preis ausgezeichnet.

Weil der Laudator Heinz Peter Lohse (Braunschweiger Zeitung) seine Teilnahme kurzfristig absagen musste, las Wortmann dessen Würdigung der Arbeit über den Streit im Deutschen Bund von 1866 vor. Wettig hat in seinem Beitrag die Woche beschrieben, in der rund 17000 Soldaten und für ein Wochenende auch der König in und um Göttingen Einzug hielten. Mit Augenzwinkern fragte Lohse, ob man die tiefe Abneigung der Hannoverschen und Braunschweiger Fußballfans aus der Geschichte erklären könne.

Sonderpreis 

Für ihren einstündigen Radiobeitrag über 125 Jahre Deutsches Theater wurde die Journalistin Christine Fibiger mit einem Sonderpreis belohnt. In seiner Laudatio hob der Intendant des Theaters Fibigers Engagement für Phänomen Theater hervor. Mit einem auch unterhaltsamen Vortrag über den Göttinger Stadtschreiber Franciscus Lubecus und die Reformation in Göttingen war der Historiker Peter Aufgebauer sehr kurzfristig eingesprungen, weil der geplante Festredner absagen musste.

Stimmungsvolle lateinamerikanische und moderne Weisen entlockten Nenad Slivar und Johanna Stock ihren akustischen Gitarren.

Preis nach Göttinger Journalisten benannt

Bereits zum 27. Mal ist der Alexanderpreis verliehen worden. Er trägt seinen Namen nach dem Göttinger Journalisten Wolfgang Alexander (1926 - 1988). Unter anderem die Begeisterung für den Beruf und das Interesse an seiner Wahlheimat bewegten den verantwortlichen Redakteur der „Göttinger Monatsblätter“ dazu, sein Vermögen in eine Stiftung einzubringen. Seit 1990 verleiht diese Stiftung jedes Jahr Preise an Journalisten, die sich in einer Arbeit besonders mit der Vergangenheit der Stadt Göttingen und dem Umfeld beschäftigen. Inzwischen wurden fast 100 Urkunden zusammen mit Geldpreisen verliehen.

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