Vom Neuen Rathaus ins Amtshaus

Göttinger Ausländerbehörde bezieht neue Räumlichkeiten am Hiroshimaplatz

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Mitarbeitergespräch in den neuen Räumlichkeiten: (von links) Linda Wandiger und Joachim Rogge von der Ausländerbehörde der Stadt Göttingen.

Jüngst hat der "Fachdienst für Ausländer- und Staatsangehörigkeitsangelegenheiten" seine neuen Räume am Hiroshimaplatz vorgestellt - dem negativen Image will er entgegenwirken. 

Betont locker und gut gelaunt präsentieren sich die Mitarbeiter des „Fachdienstes für Ausländer- und Staatsangehörigkeitsangelegenheiten“ der Stadt Göttingen – wie es im schönsten Beamtendeutsch heißt – an diesem Nachmittag. 

Sie stellen ihre neuen Räumlichkeiten im Amtshaus am Hiroshimaplatz vor und wollen gleichzeitig dem öffentlichen Image einer „Abschiebebehörde“ entgegentreten.

Das unterstreicht Fachdienstleiter Joachim Rogge mehrfach: „Weniger als 15 Prozent unserer Mitarbeiter bearbeiten ‘Rückführungen’. Darin sind auch die Fälle von freiwillig Ausreisenden enthalten.“ Der Rest des Teams ist vor allem für die Beratung zuständig.

Umzug hat pragmatischen Grund

Und die soll in den neuen Räumlichkeiten deutlich angenehmer für Mitarbeiter und Kunden werden. 

Denn der Grund des Umzugs ist ein ganz pragmatischer: „Infolge des Flüchtlingsstroms zwischen 2015 und 2017 wurde die Behörde über den Bereich des gesamten Rathauses zersplittert. Jetzt sind wir an einem Ort erreichbar. Das ist auch wichtig für unsere Kunden“, betonte Rogge bei der offiziellen Eröffnung.

Direkt im Eingangsbereich finden die Besucher die offene Einbürgerungsstelle, bei der man auch ohne einen Termin vorsprechen kann. Auch das soll die Offenheit der Behörde zeigen. Zudem gibt es nun einen Warteraum, sodass die Menschen nicht in den Fluren warten müssen. 

In dem Raum können Anträge ausgefüllt werden, es gibt Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder und die Besucher werden dort von den Sachbearbeitern abgeholt.

Der Kontakt zu den Kollegen ist im Amtshaus einfacher

Eine von den Sachbearbeiterinnen ist Linda Wandiger. Sie berät Ausländer bei Fragen zum Visum, Studium, Familiennachzug oder Job. „Die Menschen, die ich berate sind sehr vielfältig. Es kommen anerkannte Flüchtlinge, aber auch mal der W3-Professor“, erzählt Wandiger. 

Gerade die Unterschiedlichkeit der Menschen, die bei ihr Rat suchen mache ihren Beruf auch so spannend. „Ich liebe meinen Job. Ich bin extrovertiert und gern mit Menschen in Kontakt.“

Der Kontakt zu den Kollegen ist im Amtshaus nun wesentlich einfacher als zuvor im Neuen Rathaus. „Meine Vertreterin saß am anderen Ende des Gebäudes. Kommunikation und Arbeitsabläufe waren da schwieriger“, sagt Wandiger. „Und die Leute, die zu uns kommen, fühlen sich durch den Wartebereich deutlich wohler.“

Die Kunden sollen ohne Angst in die Behörde kommen

Das sei auch wichtig, um Vertrauen zu den Menschen zu gewinnen. „Das brauchen wir, um zu wissen, was mit den Leuten los ist. Wir wollen, dass sie keine Angst haben, zu uns in die Behörde zu kommen“, betont Wandiger.

Auch Fachdienstleiter Joachim Rogge ist angetan von den neuen Räumlichkeiten: „Es sind jetzt kürzere Wege für uns, aber auch für unsere Kunden.“ Vorher sei er etwa 9000 Schritte am Arbeitstag durch das Neue Rathaus gegangen – in etwa so viel wie vom Potsdamer Platz zum Alex in Berlin. 

„Und das dauert 45 Minuten. Ich habe meinem Chef gesagt, dass ich jeden Tag 45 Minuten Arbeitszeit verschenke. Das ist jetzt vorbei.“

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