Göttinger Bauausschuss vertagt Entscheidung um Möbelhäuser

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Ein überdimensionaler Stuhl: Er dient bei einem XXXL-Möbelhaus in Nürnberg als Blickfang.

Göttingen. Der Göttinger Bauausschuss hat die Weichenstellung die innenstadtrelevanten Verkaufsflächen für zwei geplante Möbelhäuser im Göttinger Westen vertagt und damit das Projekt zunächst auf Eis gelegt. Damit wird sich vorerst auch der Rat nicht mit dem Thema befassen.

Beratungsbedarf

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen hatte in der Sitzung noch Beratungsbedarf angemeldet. Sie wollen, dass vor einer Entscheidung erst alle Fakten auf den Tisch kommen. Hintergrund: Der Landkreis habe in einem Schreiben verlangt, die Möbelhäuser zum Schutz der Mittelzentrum im Kreis zu verkleinern. Nun kann voraussichtlich erst im Juni abgestimmt werden.

Verwaltungsvorschlag

Stadtbaurat Thomas Dienberg hatte für den Vorschlag der Verwaltung geworben, 3300 Quadratmeter innenstadtrelevante Verkaufsflächen, zum Beispiel Haushaltsgegenstände und Heimtextilien, für die beiden geplanten Möbelhäuser zuzulassen. Dies gebe auch ein von der Stadt beauftragtes Gutachten her. Auf 33 000 Quadratmetern wollen sich an der Bundesstraße 3 in der Nähe des Kauf-Parks XXXL und Poco ansiedeln.

SPD für Reduzierung

Für eine Reduzierung der innenstadtrelevanten Fläche auf 1950 Quadratmeter warb erneut Ausschussvorsitzender Christian Henze (SPD). Das sei tragfähig.

Auswirkungen

Auf die Auswirkungen der Ansiedlungen der beiden Unternehmen auf das Umland verwies Hans Otto Arnold von CDU/FDP-Gruppe: „Wir haben unsere Interessen als Oberzentrum, aber wir haben auch Verantwortung für das Umland.“

Innenstadtschutz

Lothar Dinges, Fraktionsvorsitzender der Wählergemeinschaft Duderstädter Bürger warb dafür, die Flächen von Randsortimenten zum Schutz der Innenstädte klein zu halten. Dies könne eine langfristig positive Maßnahme sein.

Gesprächsrunde

Uslars Bürgermeister Torsten Bauer (CDU) sprach dafür aus, vor der Entscheidung eine Gesprächsrunde einzuberufen, bei der die Bürgermeister aus Göttingen und der weiteren Umgebung an einem Tisch sitzen. Gleichzeitig warnte er vor den negativen Auswirkungen der Ansiedlung. Bauer: „Machen sie keinen Feldversuch mit den Mittelzentren.“

Folgen für Handel

Axel Schwill, Chef von „Bono Haus der Wohnideen“, warnte vor den Folgen einer großen innenstadtrelevanten Fläche am neuen Standort für den Handel in der Innenstadt. Dies bestätigten auch die IHK und der Handelsverband.

Widerstand

Unterdessen regt sich in der Göttinger SPD Widerstand gegen die Haltung der eigenen Stadtratsfraktion. Derzeit wird überlegt, eine Stadt-Delegiertenkonferenz für Mai einzuberufen. Dann soll das ganze Thema möglicherweise parteiöffentlich diskutiert werden.

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