Zwei-Grad-Campus des WWF

16-Jähriger forscht an Bio-Akku für E-Autos

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Pfiffig und vielversprechend: Fabian Dickhardt forschte beim Zwei-Grad-Campus an einem Akku aus Zuckerrüben.

Göttingen. Lassen sich Zuckerrübenabfälle als Leitmaterial für den Strom in Akkus von Elektro-Autos nutzen? Ja, sagt der 16-jährige Fabian Dickhardt aus Göttingen.

Der Schüler forschte gemeinsam mit einem Team aus gleichaltrigen Schülern beim Zwei-Grad-Campus der Schweizer Natur- und Umweltorganisation WWF ein Jahr lang an dieser Idee zur Bio-Technologie. Das Besondere: Ihre Ergebnisse sind vielversprechend und könnten durchaus die Zukunft von E-Autos bestimmen.

Das Ziel in der Schülerakademie war es, nachhaltige Ideen zum Klimaschutz zu entwickeln und umzusetzen. Im Mobilitäts-Szenario, an dem Fabian Dickhardt teilnahm, bedeutete dies, einen umweltverträglichen Akkumulator zu entwickeln, der die Vorteile von E-Autos ergänzen kann.

Die Schüler sollten sich an der titelgebenden Vorgabe des Campus orientieren, mit ihren Projekten zum Zwei-Grad-Ziel der internationalen Klimapolitik beizutragen. Dieses sieht vor, die globale Erwärmung bis 2050 auf weniger als zwei Grad Celsius zu reduzieren.

Sirup für den Akku

Im März hatte das Programm des WWF begonnen, danach trafen sich die Schüler-Teams zu Forschungs- und Präsentationszwecken alle paar Monate an Universitäten in Berlin und Münster. Die Mobilitäts-Aufgabe löste Dickhardts Team, das sich aus ganz Deutschland für den Campus beworben hatte, mit zuckerhaltigem Anodenmaterial.

Zucker statt Graphit: Zuckerrüben-Sirup in Akkumulatoren könnten laut dem Göttinger Schülers Fabian Dickhardt in Zukunft Elektro-Autos zum Laufen bringen.

„Die Akkus in E-Autos nutzen das fossile Graphit als elektrischen Leitstoff. Zuckerrüben sind ein nachwachsender Rohstoff. Sie beinhalten Kristallzucker, dessen Hauptbestandteil wie auch beim Graphit Kohlenstoff ist“, sagt Dickhardt. Man könne das Graphit in den Akkus also mit jeder zuckerhaltigen Lösung ersetzen, erklärt er weiter, aber sein Team wählte die Zuckerrübe. Ihre Abfälle würden momentan tonnenweise vernichtet statt sie zu nutzen. 

Die Schüler testete ihren Prototyp-Akkumulator auch auf seine Lade-Kapazität und stellten fest: Nach hundert Zyklen der Auf- und Entladung sind die Werte eines Zuckerrüben-Akkus nur geringfügig geringer als mit der klassischen Technologie.

Mit dem Projekt seines Teams möchte sich der 16-jährige Schüler aus Göttingen beim nächsten Bundesumweltwettbewerb des Ministeriums für Bildung und Forschung bewerben. Danach soll ein Maschinenbau-Studium folgen.

„Ich interessiere mich sehr für alternative, sichere und emissionsfreie Antriebe. Ich möchte an ihrer Entwicklung mitwirken, damit der Schadstoffausstoß innerhalb der nächsten Jahrzehnte um 95 Prozent gesenkt werden kann“, sagt Dickhardt.

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