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Neun-Monats-Bilanz: Göttinger Dax-Konzern Sartorius unterstützt Entwickler neuer Behandlungsmethoden

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Von: Bernd Schlegel

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Wird weiter ausgebaut: Zurzeit entstehen weitere Produktionsgebäude auf dem Campus der Sartorius AG im Göttinger Industriegebiet. Der Konzern legte starke Halbjahreszahlen für 2022 vor und hat erneut 2000 Mitarbeiter eingestellt.
Positive Nachrichten gbt es von Sartorius AG im Göttinger Industriegebiet. Der Konzern legte gute Neun-Monats-Zahlen für 2022 vor. (Symbolbild) © Hubert Jelinek

Die Zahlen beim Göttinger Dax-Konzern Sartorius entwickeln sich weiterhin richtig gut. Das Unternehmen kann in seiner Neun-Monats-Bilanz steigende Umsätze und Gewinne vermelden.

Update von 16.30 Uhr: Göttingen - Die Göttinger Sartorius AG stellt sich strategisch als Partner der Entwickler von innovativen Behandlungsmethoden für Krankheiten, die bislang nicht oder nur schwer zu behandeln sind, auf und kauft gezielt Unternehmen für die dafür benötigten Technologien. Dieser Weg beschert dem Dax-Konzern weiter steigende Umsätze und Gewinne, wie die am Mittwoch vorgelegte Neun-Monats-Bilanz zeigt.

Neun-Monats-Bilanz von Sartorius: Umsatz steigt um 16,6 Prozent

Der Umsatz des Unternehmens stieg in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16,6 Prozent auf jetzt 3,11 Milliarden Euro. Der operative Gewinn (Ebitda) erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 21,4 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro in diesem Zeitraum. Damit liegt die Umsatzrendite bei 33,8 Prozent. Diese Marge von 34 Prozent will Sartorius auch für das gesamte Jahr 2022 erreichen. Das Ergebnis je Stammaktie verbesserte sich um 23,2 Prozent auf 7,32 Euro. Allerdings scheinen die vorgelegten Zahlen auf dem Börsenparkett nicht voll überzeugt zu haben. Der Kurs der Sartorius-Stammaktie fiel am Mittag nach Bekanntgabe der Quartszahlen um etwa 13 Prozent auf 274,50 Euro. „In einem herausfordernden Umfeld ist Sartorius in den ersten neuen Monaten deutlich gewachsen“, so die Einschätzung von Joachim Kreuzburg, Vorstandsvorsitzender der Sartorius AG.

Entscheidend für die Zukunft des Unternehmens werden nach Darstellung von Kreuzburg unter anderem die Zukäufe von Unternehmen sein. In den vergangenen drei Jahren erwarb die Sartorius AG zehn Unternehmen, darunter drei in diesem Jahr. Von besonderer Bedeutung dabei ist laut Kreuzburg das Unternehmen Albumedix im britischen Nottingham, dessen Übernahme Ende September abgeschlossen wurde. Dafür legte Sartorius rund 490 Millionen Euro auf den Tisch. Das Unternehmen entwickelt Lösungen auf der Basis von Albumin. Diese besonderen Eiweiße werden für Zelltherapien, Virustherapien und Impfstoffe benötigt.

Neun-Monats-Bilanz von Sartorius: Robuste Finanzlage

Um die wichtigen Übernahmen zu finanzieren, erhöhte das Unternehmen seine Netto-Verschuldung innerhalb eines Jahres von 1,73 auf 2,34 Milliarden Euro. Kreuzburg spricht dennoch von einer „robusten Finanzlage“. Außerdem investierte das Unternehmen in seine Standorte mehr als 350 Millionen Euro – insbesondere zum Ausbau der Kapazitäten.

Dementsprechend hat sich die Sparte „Bioprocess Solutions“, die beispielsweise Impfstoffhersteller beliefert, gut entwickelt: Ihr Umsatz stieg um 17,7 Prozent auf 2,47 Milliarden Euro in den ersten neun Monaten. Allerdings ging der Auftragseingang in diesem Zeitraum um 14,4 Prozent auf 2,45 Milliarden Euro zurück, weil viele Abnehmer von Sartorius-Produkten ihre Lagerbestände abgebaut haben und der Umsatz mit Corona-Impfstoffherstellern zurückging.

Neun-Monats-Bilanz von Sartorius: Auftragseingang

In der Laborzuliefer-Sparte „Lab Products & Services“ wuchs der Umsatz im Vergleich zu den ersten neun Monaten des Vorjahres um 12,5 Prozent auf 642,1 Millionen Euro. Der Auftragseingang wuchs um 14,6 Prozent auf 669,4 Millionen Euro.

Auch um die Nachfrage seiner Kunden bedienen zu können, stockte Sartorius in den ersten neun Monaten die Zahl seiner Mitarbeiter um 2206 auf. Ende September arbeiteten 16 038 Männer und Frauen für den Konzern, darunter 4500 am Hauptsitz in Göttingen.

Neun-Monats-Bilanz von Sartorius: Es wird viel gebaut

Dort wird weiterhin viel gebaut. In der Weststadt laufen gerade drei größere Projekte. So ziehen Mitarbeiter voraussichtlich zum Jahreswechsel in ein neues Forschungs- und Entwicklungsgebäude. An anderer Stelle wird die Membran-Produktion ausgebaut. Außerdem entsteht bis Anfang 2024 ein Gebäude für die Erweiterung der Filter-Produktion.

Zwar spürt auch Sartorius die Folgen der Energiekrise, aber langfristige Verträge schützen das Unternehmen aktuell vor extremen Kostensteigerungen. Mit Blick auf das Thema Erdgas machte Kreuzburg deutlich, dass beispielsweise sämtliche Prozesswärme, die für die Produktion benötigt wird, nun auch mit Öl erzeugt werden könne.

Kommentar: Manche guten Zahlen sind nicht gut genug

Zur Neun-Monats-Bilanz von Sartorius ein Kommentar von HNA-Redakteur Bernd Schlegel: Manche guten Zahlen sind nicht gut genug: Dieses Fazit kann man aus der negativen Entwicklung des Aktienkurses der Sartorius AG nach Bekanntgabe der Neun-Monats-Bilanz ziehen.

Dabei kann sich die Rendite, die das Unternehmen abwirft, weiterhin sehen lassen. An jedem Umsatz-Euro macht der Dax-Konzern ein Drittel Gewinn. Das ist mehr als beachtlich und im Vergleich zu anderen Branchen herausragend.

Viel wichtiger sind aber nach wie vor die Chancen, die sich Sartorius eröffnen. Zum einen macht das Unternehmen die Entwicklung von neuen Therapien möglich, die schon bald Leben retten könnten. Der Konzern bietet mit seinen Standorten in Göttingen und Guxhagen vielen Beschäftigten Arbeit und gute Verdienstmöglichkeiten. Außerdem profitieren die Kommunen an beiden Standorten am Ende von der Gewerbesteuer, die von Sartorius gezahlt wird.

Da fallen Erwartungen von Analysten gar nicht so sehr ins Gewicht, denn der Erfolg von Sartorius ist weiterhin vorhanden.

Erstmeldung von 8.45 Uhr: Göttingen - Der Göttinger Pharma- und Laborausrüster Sartorius hat nach einem starken ersten Halbjahr auch im dritten Quartal hohe Zuwächse bei Umsatz und Gewinn verzeichnet. Allerdings verlangsamte sich zuletzt das Wachstumstempo. Nach zweijähriger Sonderkonjunktur durch die Corona-Pandemie normalisiere sich die betreffende Nachfrage in der Biotechnologiesparte zügig, teilte der Konzern am Mittwoch in Göttingen mit.

Firmenchef Joachim Kreuzburg macht daher Abstriche beim Umsatzziel und peilt nunmehr für das Jahr nur noch die untere Hälfte der Bandbreite von 15 bis 19 Prozent Erlösplus an. Die operative Ebitda-Marge wird jedoch unverändert bei rund 34 Prozent in etwa auf dem Niveau des Vorjahres erwartet.

Im vergangenen Quartal kletterte der Umsatz der Dax-Firma um gut 17 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) erhöhte sich um knapp 14 Prozent auf 354 Millionen Euro. Unter dem Strich kletterte der auf die Aktionäre entfallende Gewinn um 45 Prozent auf etwa 154 Millionen Euro. (Bernd Schlegel, mit lni)

Bereits die Halbjahreszahlen bei Sartorius waren gut. Das Unternehmen stellte viele neue Mitarbeiter ein.

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