Göttinger Energieversorger treibt Elektromobilität voran

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Rainer Salzmann probiert den VW E-Golf: Während der Klimaschutztage in Göttingen bot Energieversorger EAM Testfahrten in den Elektrofahrzeugen an.

Göttingen. Der Energieversorger EAM möchte mehr Ladestationen für E-Autos anbieten. 15 gibt es bereits in der Region - in Friedland, Rosdorf, Weende und Göttingens Innenstadt sollen bald vier weitere Säulen stehen.

Einen konkreten Termin kann Jörg Hausknecht vom Energieversorger EAM noch nicht nennen. Aber er sagt klar: „Noch in diesem Jahr.“ Denn die Reichweite der Elektrofahrzeuge ist nach wie vor ein Problem: Nach 150 Kilometern wird es eng mit der Mobilität von VW e-Golf, e-Up und Renault Zoe. Für die meisten Fahrten reicht es allerdings, meint Hausknecht: „70 Prozent aller Autofahrten sind kurze Strecken.“ Damit ist das E-Auto als Zweitwagen oder für die Fahrt zur Arbeit eine Alternativ,. nicht aber als Familienauto für Urlaub und Wochenendausflüge.

Da käme aus Sicht von Peter Schulze ein Hybrid-Fahrzeug mit Verbrennungs- und Elektromotor in Frage. „Für Langstrecke nehmen sie lieber einen Hybrid, dafür ist das E-Auto die falsche Wahl“, erklärt der EAM-Berater im Gespräch mit Rainer Salzmann. Der Melsunger überlegt ebenfalls, ob das E-Auto eine Alternative für seinen Arbeitsweg nach Guxhagen ist: „E-Bikes bin ich schon öfter gefahren.“

An einer Schnellladestatione kann der Akku eines Elektrofahrzeugs - je nach Ladetechnik - innerhalb von ein bis zwei Stunden bis zu 80 Prozent geladen werden. Zum Beispiel während des Einkaufs im Kaufpark, wo bereits eine solche Ladesäule steht. An einer normalen Steckdose ist der Akku laut Schulze erst nach acht bis zehn Stunden voll.

In der Beschleunigung macht der Elektromotor allerdings keinem was vor, meint Viktor Fischer: „Schnell ist der Golf auf jeden Fall. In der Beschleunigung hängt man alle ab.“ Der Sartorius-Mitarbeiter sitzt zum ersten Mal in einem Elektrofahrzeug. Die Reichweite wäre für ihn kein Problem: „Ich wohne in Lenglern. Da fahre ich nur wenige Kilometer am Tag.“ Gewöhnungsbedürftig sei das Elektromotor allerdings schon: „Man hört echt überhaupt nichts.“ Und natürlich ist da noch der Preis: Ein VW E-Golf kostet rund 10 000 Euro mehr als ein vergleichbar ausgestattetes Fahrzeug mit Benzinmotor.

Während der Klimaschutztage in Göttingen hatte der Energieversorger EAM zur Probefahrt eingeladen. Auf dem Parkplatz von Sartorius an der Otto-Brenner-Straße konnte jeder eine kurze Testfahrt unternehmen - wahlweise im elektrischen Auto oder auf einem Fahrrad mit Elektromotor.

Gut für das Klima ist eine Fahrt im Elektrofahrzeug aber nur, wenn der Strom aus erneuerbaren Energien stammt, erklärt Hausknecht: „Wir betreiben unsere Ladesäulen ausschließlich mit Ökostrom.“ Wer zuhause Strom aus Kohlekraftwerken beziehe, sei mit dem E-Auto nicht klimafreundlich unterwegs.

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