Spezialeinheit Cyber Crime

Göttinger Experten enttarnten mehr als 1000 Kriminelle im Internet

Göttingen. Mehr als 1000 mutmaßlichen Tätern ist die Spezialeinheit „Cyber Crime“ der Göttinger Polizeiinspektion bislang im Internet auf die Spur gekommen.

Damit kann die Polizei mit ihrer seit 15 Monate bestehenden Gruppe bereits beachtliche Erfolge vorweisen. Außerdem wurden in 700 Fällen Polizisten bei der Aufklärung anderer Straftaten, bei denen das Internet eine Rolle spielt, unterstützt. Die Göttinger Polizeiinspektion nimmt mit ihrer speziellen Ermittlergruppe eine Vorreiterrolle in Niedersachsen ein. Insgesamt 16 Mitglieder gehören dazu, darunter Kriminalbeamte sowie ein Informatiker, der den Polizisten mit seinem besonderen Fachwissen zur Seite steht. Ein zweiter Informatiker kommt Anfang des neuen Jahres hinzu.

„Unsere Arbeit hat die Welt ein wenig sicherer gemacht“, sagt Kriminalhauptkommissar Oliver Knabe, Leiter der Cyber Crime-Einheit. Die Beamten aus der Uni-Stadt hatten zu einem Treffen von Internet-Experten von Polizei und Staatsanwaltschaft eingeladen. Dabei wurde auch über die Erfolge gesprochen:
• So zerschlug die Spezialeinheit in diesem Jahr im Spätsommer eine Bande von Computerbetrügern, die ihrkriminelles Netzwerk von einem Server in Rumänien aus gesteuert hat. Insgesamt richtete die Gruppe, die mit geklauten Kreditkartendaten Smartphones und Drohnen gekauft hatte, einen Schaden von etwa zehn Millionen Euro an.
• Außerdem brachten die Ermittler im Herbst einen 24-jährigen Göttinger vor Gericht, der mit Internetbetrug seinen Lebensunterhalt bestritt. Er hatte gegen Vorkasse Drohnen und andere hochwertige Elektronik angeboten, die Ware aber nie geliefert. Der Mann erhielt eine Haftstrafe von zweieinhalb Jahren.

Noch ist die Cyber-Einheit in der Pilot-Phase. Die Göttinger Beamten hoffen, dass sie dauerhaft bestehen bleibt. Die Entscheidung dazu liegt beim Innenministerium in Hannover.

So kann man sich gegen Computerbetrug schützen

Nutzer müssen keine IT-Profis sein, um sich einigermaßen sicher vor Datendieben mit dem Computer durch das Internet bewegen zu können.

Hier einige Tipps, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben:

• Immer eine aktuelle Antiviren-Software nutzen und das Computer-Betriebssystem, zum Beispiel Windows, auf dem neuesten Stand halten. Das gilt auch für Smartphones und Tablets; 

• Sichere Passwörter verwenden (mit Groß- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen) und diese regelmäßig wechseln;

• Private WLAN-Netzwerke (drahtloses Internet) verschlüsselt mit dem aktuellen Standard WPA2 betreiben.

Weitere Tipps und Infos gibt es im Internet.

Rubriklistenbild: © dpa

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