Giftinformationszentrum Nord

Göttinger Experten gaben am Gifttelefon in fast 47.000 Fällen Rat

Fliegenpilz
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Wenn beim Giftinformationszentrum Nord (GIZ) das Telefon klingelt, muss es oft schnell gehen. Denn bei einem akuten Fall ist oft Eile geboten. Wie etwa bei einer Vergiftung mit einem Pilz (Symbolbild).

Wenn beim Giftinformationszentrum Nord (GIZ) das Telefon klingelt, muss es oft schnell gehen. Denn bei einem akuten Fall ist oft Eile geboten.

Göttingen – Im vergangenen Jahr mussten die Experten der Einrichtung, die an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) angesiedelt ist, in fast 47 000 Fällen zum Hörer greifen – ein Plus von sechs Prozent im Vergleich zu 2019.

„Die steigende Zahl von Anfragen zeigt, wie groß der Bedarf an qualifizierter Beratung im Vergiftungsnotfall ist. Die Resonanz belegt zudem, wie gut das GIZ in der Bevölkerung und bei den Ärztinnen und Ärzten bekannt und akzeptiert ist“, sagen Dr. Martin Ebbecke und Prof. Dr. Andreas Schaper. Beide leiten das GIZ-Nord seit 2015 gemeinsam.

Prof. Dr. Andreas Schaper

Von Tieren, die über giftige Substanzen verfügen, geht nach Darstellung der Wissenschaftler eine besondere Gefahr aus. Die Anzahl der Anfragen zu Vergiftungen in Kontakt mit Tieren war zwar im Vergleich mit Vergiftungen mit Medikamenten oder Haushaltschemikalien eher gering. Doch gerade aufgrund ihrer Seltenheit bedeuten solche Anfragen eine besondere Herausforderung für das Beratungsteam der Einrichtung.

Auf Vergiftungen durch den Kontakt mit Tieren lag deshalb im vergangenen Jahr ein Schwerpunkt in der wissenschaftlichen Arbeit des GIZ Nord. Im Fokus standen dabei Klapperschlangen, der Fisch „Petermännchen“, die Raupe des Eichenprozessionsspinners und die Krustenanemone.

Das GIZ-Nord war im vergangenen Jahr an 30 wissenschaftlichen Publikationen beteiligt. Zahlreiche Einladungen zu internationalen Konferenzen zeigen, wie gut die Institution auch im internationalen Umfeld anerkannt ist. (Bernd Schlegel)

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