Unterschätzte Gefahr

Göttinger Experten warnen vor Verwechslung: Giftpilze landen im Körbchen

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Extrem giftig: Der Knollenblätterpilze, hier der Grüneknollenblätterpilz, können leicht zum Beispiel mit Champignonarten verwechselt werden. Davor warnt das Giftinformationszentrum-Nord.

Göttingen. Die feuchte Witterung hat dazu geführt, dass die Pilzsaison deutlich früher als üblich begonnen hat. Damit nehmen auch die Gefahren durch giftige Pilze deutlich zu, warnt das Göttinger Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord).

Das GIZ-Nord warnt alle Pilz-Unkundigen ganz dringend vor dem Sammeln und dem Verzehr einheimischer Wildpilze. Eine besondere Gefahr geht nach Angaben der Experten von den Knollenblätterpilzen aus. Sie enthalten Zellgifte, die zu Leberschäden bis hin zum Leberversagen führen können. Der Verzehr dieser Pilze kann somit tödlich sein.

Eine Verwechslungsgefahr besteht bei verschiedenen Champignonarten, Täublingen oder Scheidlingen. Die erhöhte Gefahr besteht beim Knollenblätterpilz, da er auch Ähnlichkeit mit anderen Speisepilzen hat. Eine besondere Warnung richtete das GIZ-Nord an Spätaussiedler und Flüchtlinge. Knollenblätterpilze könnten leicht mit Speisepilzen in anderen Teilen der Welt verwechselt werden.

130 Anfragen zu Pilzvergiftungen 

Um auf die besonderen Gefahren durch giftige Pilze aufmerksam zu machen, hat das GIZ-Nord Warnposter in acht Sprachen herausgegeben, die vor den besonderen Gefahren durch Giftpilzen warnen, unter anderem in Arabisch, Kurdisch, Russisch und Türkisch. Weil es in diesem Sommer viel geregnet hat und es teilweise auch sehr warm war, hat die Pilzsaison 2017 früh begonnen. Nach Angaben des GIZ-Nord gab es alleine im Juli rund 130 Anfragen zu Pilzvergiftungen.

Das GIZ-Nord rät Pilzsammlern:

• Sammeln Sie keine Pilze, die Sie nicht ganz genau kennen!

• Sammeln Sie nie „nach Buch, App oder Internet“!

• Vertrauen Sie nie auf „überlieferte, alte und angeblich bewährte Methoden“! Verfärbungen an mitgekochten Silberlöffeln oder Zwiebeln, sowie Fraßspuren von Tieren sagen nichts über die Giftigkeit aus.

• Machen Sie sich unbedingt mit den häufigen und besonders giftigen Pilzarten vertraut!

• Bei geringstem Zweifel zeigen Sie den Fund jemandem, der sich sicher damit auskennt - vorzugsweise einem Pilzsachverständigen der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM).

Bei Verdacht auf Pilzvergiftungen stehen die Experten rund um die Uhr zur Verfügung. Betroffene sollten sich in das nächste Krankenhaus bringen lassen. Erbrochenes, Putzabfälle und Reste der Mahlzeit sollten unbedingt mitgebracht werden. Alle an der Mahlzeit beteiligten Personen sollten informiert werden. (mit epd)

Kontakt: Giftinformationszentrum-Nord, Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen, Tel. 0551 19240 (rund um die Uhr erreichbar).

www.giz-nord.de

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