Bildungsregion will Oberstufenschüler für IT-Berufe begeistern

Göttinger Firma Arineo unterstützt Projekt „IT macht Schule“

Arineo: Kreisrat Marcel Riethig, Franziska Klingebiel (vorn) und Marko Weinrich von Arineo und Dr. Wolfgang Schimpf
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Arineo will Praktika im IT-Bereich anbieten: Über das Projekt informierten (von links) Kreisrat Marcel Riethig, Franziska Klingebiel (vorn) und Marko Weinrich von Arineo und Dr. Wolfgang Schimpf, Direktor des Max-Planck-Gymnasiums.

Das Göttinger Informationstechnologie-Unternehmen Arineo unterstützt das Projekt IT macht Schule. Die Ende 2019 von der Bildungsregion Südniedersachsen gestartete Initiative will gemeinsam mit mittlerweile 19 Unternehmen Jugendliche von 15 Schulen mit gymnasialer Oberstufe für IT-Berufe begeistern.

Göttingen – „Mit der Corona-Pandemie erlebt die Digitalisierung der Wirtschaft einen kräftigen Schub“, berichtete Arineo-Geschäftsführer Marko Weinrich bei bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung. Betriebe investierten seit März – nach einer kurzen Phase der Verunsicherung – kräftig in die Digitalisierung von Unternehmensprozessen und in den Ausbau von Online-Vertriebswegen. Der Umsatz von Arineo, wo mittlerweile 240 Mitarbeiter tätig sein, werde in diesem Jahr voraussichtlich um zehn Prozent steigen. Seine 2018 gegründete Firma suche derzeit „händeringend“ nach neuen Kollegen. „Im kommenden Jahr werden wir sechs, sieben Auszubildende einstellen“, kündigte Ralf Machowiak an, der bei Arineo für Strategie und Geschäftsentwicklung verantwortlich ist.

„Wir kooperieren seit März bereits mit dem Göttinger Max-Planck-Gymnasium“, erklärte Weinrich. Sie würden den Schülern Praktika anbieten. Geplant sei, dass Mitarbeiter Fachvorträge im Unterricht hielten. Arineo helfe dem Gymnasium zudem bei der Digitalisierung des Unterrichts und berate bei der Verwendung von Mitteln aus dem Digitalpakt.

„Informatik ist ein inhaltlicher Schwerpunkt unseres Gymnasiums und wird von vier Lehrkräften unterrichtet“, sagte MPG-Schulleiter Dr. Wolfgang Schimpf. Mit der Digitalisierung aller Lebensbereiche in den vergangenen 20 Jahren seien Informatikkenntnisse ein wesentlicher Teil einer guten Allgemeinbildung geworden. Dem müssten die Kultusministerien bei der Gestaltung der Lehrpläne verstärkt Rechnung tragen.

„Seit Februar werbe ich aktiv bei Unternehmen für das Projekt IT macht Schule“, berichtete Bildungskoordinatorin Renate Sydow. 140 größere, auch IT-branchenfremde Unternehmen in Südniedersachsen hätten Lehrlinge in diesem Bereich und kämen damit als Kooperationspartner infrage. Die Hälfte davon habe sie kontaktiert. Für eine Mitarbeit habe sie unter anderem den Göttinger Laborzulieferer Sartorius gewonnen. Zudem suche sie weitere Schulen mit gymnasialer Oberstufe.

„Wir wollen insbesondere Mädchen für Informatik interessieren“, erklärte Anna Wucherpfennig, die Geschäftsführerin der Bildungsregion. „Bei der Umsetzung von IT-Projekten ist viel soziale Kompetenz und kommunikatives Talent nötig“, betonte Arineo-Chef Weinrich.

„Das zukunftsweisende Projekt IT macht Schule soll Schülern bei der Berufswahl helfen, die immer noch stark durch das Elternhaus geprägt ist“, betonte Marcel Riethig, der Vorstandsvorsitzende der Bildungsregion Südniedersachsen. (Michael Caspar)

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