Göttinger Fliesenleger-Innung: Ohne Meister zu wenig Ausbildung

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Führt die Fliesenleger-Innung Südniedersachsen: Obermeister Bernhard Daniel.

Göttingen. Der alte und neue Obermeister der Fliesenleger-Innung Südniedersachsen heißt Bernhard Daniel. Er setzt sich für die Meisterpflicht ein.

Ebenso wie die Vorstandskollegen der Innung, Stefan Rittmeier als Stellvertreter und Uwe Rittmeier als Lehrlingswart, wurde er von der Jahreshauptversammlung für die nächsten drei Jahre im Vorstandsamt bestätigt, teilt die Innung mit. Die Brüder Stefan und Uwe Rittmeier sind jeweils selbstständige Fliesenlegermeister aus Nesselröden, Bernhard Daniel hat seinen Betriebssitz in Göttingen.

Die Abschaffung der Meisterpflicht im Zuge der Handwerksnovelle 2004 nicht nur für Fliesenleger, sondern auch für weitere 52 Berufe, sei kontraproduktiv gewesen, heißt es aus der Versammlung weiter. Jede Menge so genannte Soloselbstständige habe diese Novelle zur Folge gehabt, dauerhaft mehr Arbeits- und Ausbildungsplätze hingegen seien nicht geschaffen worden. Heute sei sich die Politik parteiübergreifend einig, dass diese Reform kontraproduktiv war. Nicht wenige forderten die Rückkehr zum Meisterbrief.

„Wir erwarten keine Wunder“, erklärt Obermeister Bernhard Daniel. „Was wir erwarten, ist eine realistische Analyse der aktuellen Situation, verbunden mit dem Willen, mutig zu entscheiden, dass man einen Fehler gemacht hat und ihn nun korrigieren kann. Wenn das am Ende auf die Wiedereinführung der Meisterpflicht im Fliesenlegerhandwerk hinausläuft, sind wir jedenfalls keine Gegner dieser Entwicklung.“ Bedauerlich sei nämlich, dass seit dem Wegfall der Meisterpflicht kaum noch Betriebe bereit und in der Lage seien, den handwerklichen Nachwuchs auszubilden.

Viele der Innungskollegen bildeten nicht aus, weil sie in dem potentiellen Nachwuchs auch ungeliebte zukünftige Wettbewerber sähen, die sich noch vor bestandener Gesellenprüfung selbstständig machen dürften. Nicht selten würden diese mit Kalkulationen arbeiten, die unter objektiver Betrachtung nicht auskömmlich seien, so Daniel. Auf diese Weise erfahre der Markt nicht „unwesentliche Irritationen“. (red/tns)

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