CORONA Projekt

Göttinger Forscher checken Luftfilter - Felix-Klein-Gymnasium wird Modellraum

Das Felix-Klein-Gymnasium an der Göttinger Bürgerstraße aus der Luft
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Das Felix-Klein-Gymnasium an der Bürgerstraße aus der Luft: An dieser Göttinger Schule soll ein Modellraum für die Untersuchung von Filter- und Raumluftkonzepten entstehen.

Göttinger Forscher wollen untersuchen, wie unterschiedliche Filter- und Raumluftkonzepte wirken und optimiert werden können, um sie in der Pandemie erfolgreich einzusetzen.

Göttingen/Moringen - Luftfilter für Klassenräume, Hörsäle oder Restaurants sind immer wieder im Gespräch, wenn es darum geht, weitere Lockdown-Maßnahmen in der Corona-Krise zu verhindern. Göttinger Forscher wollen nun untersuchen, wie unterschiedliche Filter- und Raumluftkonzepte wirken und optimiert werden können.

Dazu haben sich Wissenschaftler der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen (HAWK(, der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation (MPIDS) zusammengeschlossen.

Der Innovationsverbund mit drei Teilprojekten wird vom Land Niedersachsen mit 700.000 Euro gefördert. Partner bei dem Projekt sind auch die Städte Moringen und Göttingen sowie mehrere Schulen aus der Region.

Optimale Belüftung im Winter nicht immer möglich

Um Krankheitserreger aus der Raumluft zu entfernen, ist Lüften das Mittel der ersten Wahl. Doch besonders im Winter können viele Räume nicht effektiv gelüftet werden. In diesen Fällen könnten technische Mittel zur Luftreinigung helfen, Ansteckungen zu verhindern.

In drei Teilprojekten geht es um die Themen Filtertechnologien, Aerosoldynamik und Keimbelastungen. All dies soll in einem gemeinsamen Modellraum am Göttinger Felix-Klein-Gymnasium untersucht werden.

Prof. Dr. Wolfgang Viöl, Vizepräsident für Forschung und Transfer der HAWK, ist für das Teilprojekt Filtertechnik verantwortlich: „In modernen raumlufttechnischen Anlagen werden verschiedene Filterarten miteinander kombiniert.“

So soll beispielsweise die optimale Anordnung der einzelnen Filter ermittelt werden. Kooperationspartner sind das Unternehmen PlasmaComplete, die Städte Moringen und Göttingen sowie das Göttinger Otto-Hahn-Gymnasium.

Die drei Verantwortlichen: (von links) Prof. Dr. Wolfgang Viöl, Prof. Dr. Simone Scheithauer und Prof. Dr. Dr. h.c. Eberhard Bodenschatz leiten die Teilprojekte des Innovationsverbundes.

Den Transport von Aerosole in der Raumluft wird das Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. h.c. Eberhard Bodenschatz erforschen. „Durch die gewonnenen Daten werden wir noch besser als zuvor ein individuelles Infektionsrisiko für einzelne Personen in einem geschlossenen Raum berechnen können.“ Partner bei diesem Projekt sind das Göttinger Felix-Klein-Gymnasium und die Stadt Göttingen.

Um die Analyse der Keimbelastung geht es beim dritten Teilprojekt, das von Prof. Dr. Simone Scheithauer, Direktorin des Instituts für Krankenhaushygiene und Infektiologie, geleitet wird: „Wir nutzen den Modellraum zunächst, um die Stabilität und Infektionsfähigkeit von Mikroorganismen unter definierten Bedingungen zu untersuchen.“

Dazu werden Mikroorganismen im Raum vernebelt und anschließend die Erregermenge in Luftproben bestimmt. Im Anschluss könne dann die Wirksamkeit von Raumluftfiltern und Deckenventilatoren bestimmt werden.

Die Erkenntnisse der drei Teilprojekte sollen in Zukunft Entscheidungsträger dabei unterstützen, passende Raumluftkonzepte für verschiedene Räume zu entwickeln und so Infektionsketten zu verhindern. Der Innovationsverbund PraeInfekt ist auf 18 Monate angelegt. (Bernd Schlegel)

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