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Grubmüller in den Spuren von Einstein und Co: Mitglied in Leopoldina

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Von: Thomas Kopietz

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Prof. Helmut Grubmüller im Porträt
Prof. Helmut Grubmüller, Max-Planck-Institut für multidisziplinäre Naturwissenschaften Göttingen © Irene Böttcher-Gajewski/MPI/NH

Einstein, Goethe, von Humboldt: Sie alle waren Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften, Leopoldina. In die Reihe dieser Großen tritt nun ein weiterer Göttinger: Prof. Helmut Grubmüller.

Göttingen - Die nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat den Direktor am Max-Planck-Institut (MPI) für Multidisziplinäre Naturwissenschaften als Mitglied berufen und würdigt damit seine herausragende wissenschaftliche Leistung und Expertise. Die Leopoldina hat 1600 Mitglieder. Jährlich werden etwa 50 auf Lebenszeit neu gewählt

Der Biophysiker erforscht mit seinem Team, wie Proteine und Proteinkomplexe ihre Aufgaben erfüllen und was passiert, falls diese nicht mehr richtig funktionieren oder sich falsch zusammenlagern. Als Nanomaschinen der Zelle verrichten und steuern Proteine praktisch alle Prozesse in den Körperzellen. Sie transportieren zelluläre Fracht, stellen benötigte Moleküle her, regulieren den Stoffwechsel und leiten Signale weiter. Auch übernehmen sie Aufgaben von der Energieerzeugung bis zur Vervielfältigung des Erbguts.

Erforschung von Proteinen: Ursachensuche für Erbkrankheiten

Eine Reihe von Erbkrankheiten ihre Ursache darin, dass einem bestimmten Protein an entscheidender Stelle Atome fehlen, manchmal sogar nur ein einziges. Während der strukturelle Proteinaufbau oft mit atomarer Auflösung vermessen werden kann, sind die sehr schnellen Bewegungen eines Proteins auf atomarer Ebene experimentell schwer zugänglich. Um die Lücke zu schließen und Bewegungen sichtbar zu machen, setzt das Grubmüller-Team auf Computersimulationen.

Neues über kleinsten Motor der Welt - Ribosomen

So gelang es, entscheidende Erkenntnisse zur Funktionsweise von Proteinen und Nanomaschinen zu gewinnen, so über die F-ATP-Synthase, der „kleinste Motor“ der Welt, Ribosomen, die Proteinfabriken der Zelle, die Wirkmechanismen von Antibiotika und Signalübertragen zwischen Nervenzellen.

Helmut Grubmüller (Jahrgang 1965) studierte an der TU München Physik und promovierte dort 1994. Später forschte er an der Uni München und an der ETH Zürich. 1998 kam er ans MPI nach Göttingen, habilitierte an der Uni Göttingen 2002 in Physik und wurde 2003 MPI-Direktor wo er die Abteilung Theoretische und Computergestützte Biophysik leitet. (Thomas Kopietz)

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