Wissenschaftler machen Vorschlag 

Hilfe für Großwild: Göttinger Forscher wollen Trophäenjagd in Afrika zertifizieren

Göttingen. Das Töten von Löwen, Elefanten und anderem afrikanischen Großwild sorgt seit Jahrzehnten für heftige Diskussionen – aktuell angeheizt durch die von Donald Trump geplante Genehmigung der Einfuhr von Jagdthropäen in die USA.

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung der Uni Göttingen hat nun ein Zertifizierungssystem vorgeschlagen, um sicher zu stellen, dass bei der Trophäenjagd ethische Kriterien, Natur- und Tierschutz eingehalten werden.

Das System soll allen helfen und Vorteile bieten: der lokalen Bevölkerung in Afrika, der Finanzierung des Naturschutzes und natürlich dem gejagten Großwild. Die Zertifizierung sollte beinhalten: eine angemessene Entschädigung der jeweiligen Landbesitzer oder der lokalen Bevölkerung, artenspezifische Quoten, strenge Begrenzungen des Alters der Tiere und der Größe der Trophäen sowie klare ethische Standards für die Jagd.

Grundlage des Vorschlags sind vorhandene Zertifizierungssysteme von Forst- und Agrarprodukten, die die Forscher unter die Lupe genommen hatten.

Dr. Thomas Wanger, Agrarökologe an der Universität Göttingen.

Basis für das Funktionieren und einer dem Naturschutz nicht widersprechenden Trophäenjagd sind laut dem Göttinger Agrarökologen Dr. Thomas Wanger, die Überwachung der Wildtierbestände, eine effektive Vernetzung der Institutionen vor Ort und eine regelmäßige Evaluation.

Rechtliche Grundlage könnte nach Ansicht der Wissenschaftler das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES sein. Darin sind die Bedingungen für internationale Trophäenverschiebungen festlegt.

Prof. Teja Tscharntke - Leiter Abteilung Agrarökonomie der Universität Göttingen.

Der Leiter der Abteilung Agrarökonomie an der Uni Göttingen, Prof. Dr. Teja Tscharntke jedenfall ist optitimisch, was die Wirksamkeit angeht: „Ein solches Zertifizierungssystem auf Landschaftsebene anzuwenden, würde die Kosten für die Zertifizierung senken, Ökosysteme schützen und einen großen Nutzen für die lokale Bevölkerung darstellen.“

Und: Das System könnte auch über Spenden finanziert werden. Deshalb wollen die Wissenschaftler mit einer Online-Umfrage für Verständnis dieser lösungsorientierten Trophäenjagd werben und feststellen, wer dieses System in Afrika unterstützen würde.

Rubriklistenbild: © pug/nh

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