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Göttinger Forscher: Weltweite Weizenproduktion kann verdoppelt werden

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Von: Thomas Kopietz

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Ein internationales Forscherteam unter Federführung der Uni Göttingen beschäftigt sich damit, wie die weltweite Weizenproduktion steigen kann.

Göttingen – Der Krieg in der Kornkammer Ukraine zeigt, wie bedeutend die nun ausfallende Lieferung für die Welternährung ist. Ein internationales Forscherteam unter Federführung der Uni Göttingen hat sich nun damit beschäftigt, wie sich die weltweite Weizenproduktion steigern könnte.

Ergebnis: Sie ließe sich verdoppeln, wenn die Pflanzen besser an Standort und Umweltfaktoren angepasst würden. Das haben die Wissenschaftler in einer neuen Studie in der Fachzeitschrift „Nature Food“ veröffentlicht.

Göttinger Forschung: Weizenproduktion ließe sich verdoppeln bei Anpassung an Standort und Umwelt

Erntereifer Winterweizen bei Sonnenschein auf einem Feld
Winterweizen: Er wird in diesen Tagen geerntet. Forscher wollen die Produktion steigern. © Frank Rumpenhorst/dpa

Die Forscher haben untersucht, wie die Genetik der Nutzpflanzen in Bezug auf ihren Ertrag angepasst werden könnte. Denn: Weizen ist eine der wichtigsten Grundnahrungspflanzen. Die Getreidesorte wird weltweit am häufigsten angebaut – und weltweit liefert dieses meistgehandelte Grundnahrungsmittel mehr als 20 Prozent der gesamten menschlichen Kalorien- und Protein zufuhr.

Der anhaltende Krieg Russlands gegen die Ukraine hat nun zu steigenden Lebensmittelpreisen geführt, von denen die ärmeren, von Getreideimporten abhängigen Länder am stärksten betroffen sind. Daher steht die weltweite Ernährungssicherheit wieder ganz oben auf der politischen Tagesordnung.

Doch auch ohne derartige Preisspitzen ist eine erhebliche Steigerung der Nahrungsmittelproduktion in den kommenden Jahrzehnten notwendig, um die weltweite Ernährungssicherheit zu gewährleisten und gleichzeitig die natürlichen Ressourcen zu erhalten. Diese Herausforderung wird nicht nur durch ein schnelles Bevölkerungs- und Einkommenswachstum verschärft, sondern auch durch das künftig rauere Klima und die Verknappung von Land- und Süßwasserressourcen.

Göttinger Forscher: Bessere Anpassung der Pflanzengenetik von Weizen an Zielanbaugebiete

Im Rahmen der Studie habe sich gezeigt, dass das Getreide sein genetisches Potenzial nur etwa zur Hälfte ausschöpfe. was bedeutet, dass die weltweite Weizenproduktion stark von der Nutzung der ungenutzten globalen genetischen Ertragslücke profitieren könnte“, erläutert der Agrarwissenschaftler Prof. Dr. Reimund Rötter von der Uni Göttingen.

„Dies könnte zum Beispiel durch optimale Weizensorten, die die enorme Vielfalt der genetischen Ressourcen von Weizen nutzen, durch die Anwendung moderner Zuchtinstrumente und durch die kontinuierliche Verbesserung der Anbau- und Bodenbewirtschaftungsmethoden erreicht werden“, so Rötter.

Mit der besseren Anpassung der Pflanzengenetik an aktuelle oder potenzielle künftige Zielanbaugebiete beschäftigen sich zurzeit verschiedene Forschungsgruppen, beispielsweise das Barista-Projekt, das sich auf die Züchtung klimaresistenter Gerstengenotypen für Europa konzentriert und bei dem die Universität Göttingen den Modellierungsteil leitet. „Fortschrittliche Instrumente, die die Züchtung beschleunigen können, um die Genetik besser an die Umweltbedingungen anzupassen, flankiert von einem angepassten Management. (Thomas Kopietz)

Der Krieg in der Ukraine hat unmittelbare Auswirkungen auf die Landwirte in Niedersachsen. Viele Faktoren beeinflussen Umweltmaßnahmen und damit die Bio-Vielfalt in und neben Feldern.

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