Göttinger Friedenspreis 2017 geht an Reporter ohne Grenzen

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Der Göttinger Friedenspreis 2017 ist verliehen: (von links) Jury-Mitglied Prof. Dr. Ernst Kuper (Oldenburg), Mohammad Mallak und Yasmine Merei vom Magazin „Saidet Souria“ (Frauen Syriens), Dr. Michael Rediske von Reporter ohne Grenzen und Jury-Vorsitzender Prof. Dr. Wolfgang Vogt (Schwerin).

Göttingen. Die Journalistenorganisation „Reporter ohne Grenzen“ und die syrische Frauenzeitschrift „Saiedet Souria“ sind mit dem Göttinger Friedenspreis 2017 ausgezeichnet worden.

Ein Plädoyer für die Pressefreiheit hielt Dr. Michael Rediske bei der Verleihung des 19. Göttinger Friedenspreises am Samstag in Göttingen.

Rediske nahm die Auszeichnung für die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ entgegen. Das 1994 von Rediske und einigen Kollegen gegründete Netzwerk teilt sich den mit 3000 Euro dotierten Preis mit dem Frauenmagazin „Saidet Souria“ (Frauen Syriens), das 2014 gegründet und seit kurzem im Exil in Berlin und Paris produziert wird. Es erscheint einmal im Monat.

Der Vorsitzende der Jury, Prof. Dr. Wolfgang Vogt, sagte, Grund für die Preisverleihung an die beiden Organisationen sei, dass heute die Gefährdung der demokratischen Grundprinzipien im Mittelpunkt der Diskussionen stehe. Professioneller Journalismus würde dazu beitragen, dass unsere Demokratie weiter funktionieren könne.

Pressefreiheit ist das Herzstück

Für „Reporter ohne Grenzen“ ist die Pressefreiheit das Herzstück. Sie sei inzwischen auch in Nachbarländern gefährdet, sagte Rediske. Er nannte Polen, Russland, Ungarn und die Türkei, die inzwischen China bei der Zahl der inhaftierten Journalisten überholt habe. Bekanntestes Opfer der jüngsten Vergangenheit ist der Welt-Journalist Deniz Yücel. Rediske: „Meinungsfreiheit ist die Grundlage der demokratischen Verfassung und der Zukunftsfestigkeit Europas.“ In den USA sei der Kampf zwischen Präsident Trump und den Medien noch nicht entschieden.

Die Chefredakteurin des syrischen Frauenmagazins Yasmine Merei, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Mohammad Mallak den Preis entgegennahm, sagte, Frauen in Syrien müssten auf dem Weg zur Freiheit viele Hindernisse überwinden, zum Beispiel unfaire Gesetze oder die Verfassung , die die Frauen immer benachteiligt habe, Traditionen und Gebräuche einer maskulinen Gesellschaft, die von einem despotischen Regime gestützt würden.

Die Frauen seien der einzige Teil der Gesellschaft, der Syrien Frieden bringe könne. Diese Hoffnung äußerte Laudatorin Christine M. Merkel, Leiterin des Fachbereichs Kultur und Kommunikation bei der Deutschen UNESCO-Kommission.

Der Friedenspreis

Der Göttinger Friedenspreis wurde vom 1997 verstorbenen Wissenschaftsjournalisten Dr. Roland Röhl gestiftet. Mit ihm werden Einzelpersonen oder Gruppen gewürdigt, die sich durch wissenschaftliche Arbeit oder herausragenden praktischen Einsatz um den Frieden verdient gemacht haben. (zhp)

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