Engagement in Kriegsgebieten

Göttinger Friedenspreis 2020 geht an Frauenrechtsorganisation Amica

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#wasunsstarkmacht: Das Bild zeigt Partnerinnen des Vereins Amica aus Libyen mit dem Kampagnen-Armband, das die Aufschrift #wasunsstarkmacht trägt.

Göttingen – Der Göttinger Friedenspreis 2020 geht an den Verein Amica. Wie die Georg-August-Universität und die Stiftung Dr. Roland Röhl am Freitag mitteilten, erhält die Frauenrechtsorganisation die mit 5000 Euro dotierte Ehrung für ihr langjähriges Engagement für Frauen in Kriegsgebieten.

Ursprünglich gründete sich Amica als humanitäre Hilfsorganisation im Bosnienkrieg. Seit mittlerweile mehr als 25 Jahren unterstützt der Verein nun Frauen und Mädchen in aktuellen sowie ehemaligen Kriegsgebieten wie Bosnien-Herzegowina, Syrien, Libyen oder der Ostukraine. Zu den Kernaufgaben von Amica gehören psychosoziale Arbeit mit Traumatisierten, medizinische Versorgung, Rechtsberatung, Maßnahmen zur Existenzsicherung sowie Projekte zu Chancengleichheit, heißt es in der Mitteilung.

„Mit der Vergabe des Göttinger Friedenspreises an Amica würdigen wir die langjährige engagierte Tätigkeit einer Organisation, die nicht sehr laut, dafür umso effizienter an der Basis von Gesellschaften arbeitet“, begründet die Jury ihre Wahl. „In diesem Sinne ist Amica für uns das Synonym für Zivilcourage und der Beleg für die Effizienz menschlichen und vor allem geschlechtergerechten Einsatzes.“

Die Preisverleihung 2020 findet am Samstag, 7. März, ab 11 Uhr in der Aula am Göttinger Wilhelmsplatz statt.

Stifter des Göttinger Friedenspreises ist der 1997 verstorbene Göttinger Wissenschaftsjournalist Dr. Roland Röhl. Röhl hatte sich als Journalist vor allem mit Fragen der Sicherheitspolitik sowie der Konflikt und Friedensforschung beschäftigt und in seinem Testament verfügt, dass sein Nachlass zur Bildung eines Stiftungsvermögens verwendet wird. Stadt und Universität Göttingen sind Mitglied im Kuratorium der Stiftung. Die Entscheidung über die Preisträger fällt eine unabhängige dreiköpfige Jury.

Im vergangenen Jahr hatte es um die Verleihung des Göttinger Friedenspreises an den Verein „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ heftige Querelen gegeben. Der Zentralrat der Juden und andere Organisationen kritisierten den Preisträger als antisemitisch, weil er die gegen Israel gerichtete Boykottbewegung BDS (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen) unterstütze. Stadt und Universität zogen ihre Unterstützung für die Verleihfeier zurück. Der Preis wurde schließlich unter großem öffentlichen Interesse in einer privaten Galerie übergeben.  mit epd

goettinger-friedenspreis.de

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