Göttinger Gericht: Mann muss nach Gewaltattacken gegen Freundin in Haft

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Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Hier wurde der 53-Jährige aus Hann. Münden verurteilt. 

Göttingen/Hann. Münden. Das Landgericht Göttingen hat einen 53-jährigen Mann aus Hann. Münden wegen mehrerer gewalttätiger Übergriffe auf seine Freundin zu insgesamt zwölf Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.

Nach Ansicht der Kammer hat sich der Angeklagte der vorsätzlichen Körperverletzung in drei Fällen sowie des Vollrausches schuldig gemacht. Die Richter ordneten außerdem seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. Der Angeklagte habe seit vielen Jahren ein massives Alkoholproblem und neige unter Alkoholeinwirkung dazu, aggressiv und gewalttätig zu werden, sagte die Vorsitzende Richterin Astrid Brandes-Krug.

Das Göttinger Landgericht sah es als erwiesen an, dass der 53-Jährige zwischen Dezember 2015 und Mai 2016 bei vier Vorfällen seine damalige Freundin massiv attackiert und verletzt hatte. Einmal habe er ihr ins Gesicht geschlagen, so dass sie eine Schwellung über dem linken Auge erlitt.

Beim zweiten Vorfall habe er ihr einen Faustschlag ins Gesicht versetzt. Seine Freundin sei danach aus der Wohnung geflohen. Passanten hatten sie danach völlig verängstigt in strömendem Regen in der Mündener Innenstadt auf einer Bank sitzen sehen. Vier Monate später versetzte er ihr nach Überzeugung des Gerichts mehrere gezielte Faustschläge auf beide Augen, zwei Tage später habe er sie in ihrer Wohnung gewürgt. Erst nach dieser Attacke stellte sie einen Strafantrag.

Mit seinem Urteil lag das Gericht deutlich über dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Diese hatte eine Freiheitsstrafe von sieben Monaten sowie eine Geldstrafe von 110 Tagessätzen und die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt gefordert, wobei sowohl die Freiheitsstrafe als auch die Unterbringung zur Bewährung ausgesetzt werden könnten. Die Verteidigung plädierte dagegen in allen Punkten auf Freispruch, da nicht erwiesen sei, dass die Verletzungen der Frau vom Angeklagten stammten. So könnten diese beispielsweise auch von einem Sturz herrühren. Beide hätten sich regelmäßig gegenseitig geschlagen. Es sei also nicht auszuschließen, dass sein Mandant in Notwehr gehandelt habe.

Das Gericht beurteilte den Fall indes deutlich anders. Die damalige Partnerin des Angeklagten habe zwar ebenfalls ein massives Alkoholproblem und könne sich an vieles nicht erinnern. In der Gesamtschau hätten sich die Anklagevorwürfe aber im Wesentlichen bestätigt, mit Ausnahme einer zunächst ebenfalls angeklagten Vergewaltigung.

Keine positive Sozialprognose

Da der 53-Jährige bislang keine Anstalten gemacht habe, etwas gegen seine Alkoholabhängigkeit zu tun, könne man ihm derzeit keine positive Sozialprognose ausstellen. Es sei zu hoffen, dass er nun eine Entzugsbehandlung beginne. (pid)

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