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Göttinger Gericht verurteilt Exhibitionisten zu 18 Monaten Haft

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Von: Heidi Niemann

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Die Eingangstür zum Landgericht, Amtsgericht und Arbeitsgericht Göttingen.
Der Eingang zum Amtsgericht Göttingen: Dort wurde der Mann verurteilt. (Symbolbild) © Bernd Schlegel

Ein Mann ist zu einer Haftstrafe von 18 Monaten verurteilt worden. Das Amtsgericht Göttingen ist überzeugt, dass er sich Frauen sexuell genähert hat.

Göttingen – Das Amtsgericht Göttingen hat einen 39-jährigen Mann, der sich im vergangenen Sommer am Rosdorfer Baggersee sowie am Göttinger Kiessee und am Leineufer zahlreichen Frauen sexuell genähert hatte, zu einer Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren ohne Bewährung verurteilt.

Das Gericht befand den Angeklagten unter anderem der exhibitionistischen Handlung in elf Fällen sowie der Beleidigung für schuldig. Außerdem habe er sich in einem Fall der versuchten sexuellen Nötigung durch Gewalt in Tateinheit mit Körperverletzung und Nötigung schuldig gemacht. Diese Tat sei als besonders schwerwiegend zu werten. Die betroffene Frau habe nicht nur Angst gehabt, vergewaltigt zu werden, sondern auch Todesangst ausgestanden, sagte die Vorsitzende Richterin Denise Petersen.

Das Gericht entsprach mit seinem Urteil im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte dagegen auf eine Geldstrafe plädiert, da der Angeklagte lediglich bezüglich der exhibitionistischen Handlungen überführt sei. Bezüglich des schwerwiegendsten Anklagevorwurfs habe sich dagegen nicht nachweisen lassen, dass der 39-Jährige der Täter gewesen sei. Deshalb müsse es in diesem Punkt einen Freispruch geben. Der Angeklagte selbst hatte bis zum Schluss alle Vorwürfe vehement bestritten.

Das Gericht hielt den 39-Jährigen dagegen in allen Fällen für vollumfänglich schuldig. Der Vater von sieben Kindern war Mitte Juni vergangenen Jahres zusammen mit seiner Frau und mehreren Kindern nach Göttingen gekommen, drei Kinder waren dessen Angaben zufolge bei den Großeltern in Rumänien geblieben.

Ende Juni, also wenige Tage nach seiner Ankunft in Deutschland, beging er nach Überzeugung des Gerichts die ersten Taten. Im Juli setzte er die Serie exhibitionistischer Handlungen fort. Der Angeklagte habe Spaziergängerinnen und Joggerinnen angesprochen, ebenso Frauen, die sich am Seeufer auf einer Bank sonnten, und dann vor ihnen masturbiert. Mal kam er aus einem Gebüsch heraus auf sie zu, mal postierte er sich hinter einem Baum oder einem Busch, einmal lauerte er einer Frau in einer Unterführung auf.

Da der Angeklagte sämtliche Vorwürfe bestritt, mussten die betroffenen Frauen alle vor Gericht als Zeuginnen aussagen. Alle machten deutlich, wie unangenehm die Situation für sie gewesen war. Einige fanden es vor allem eklig, andere hatten Angst, andere fühlten sich erniedrigt, bedroht, verstört oder bedrängt. Der gravierendste Vorfall ereignete sich dann Anfang August. Der Angeklagte hatte nach Überzeugung des Gerichts an diesem Tag zunächst mittags eine Spaziergängerin am Ufer des Kiessees angesprochen und dabei an seinem Penis manipuliert. Rund drei Stunden später habe er eine junge Frau bedrängt, die an der Leine in der Nähe des Wehrs auf einer Bank saß. Es sei der Frau dann gelungen, sich loszureißen und wegzulaufen.

Deren Anwältin Helen Wienands wies in ihrem Plädoyer darauf hin, dass ihre Mandantin Todesangst gehabt habe und durch die Tat nachhaltig beeinträchtigt sei.

Von Heidi Niemann

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