Kooperation mit dem Jungen Theater

Göttinger Gesamtschule punktet mit dem Musical „Hair“

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Szene aus „Hair“: Claude (Thore Laschke) inmitten seiner neuen Freunde.

Mit dem Musical „Hair“ hat die Kooperation zwischen der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule Göttingen und der Theaterpädagogik des Jungen Theaters wieder eine gelungene Premiere gefeiert.

Das Publikum applaudierte begeistert.

„Sehen wir aus wie Hippies“, fragt eine junge Frau ins Publikum. „Wie sahen Sie aus, als Sie in unserem Alter waren“, will eine andere von den Zuschauern wissen. Immer mehr junge Menschen in Hippie-Look strömen in die vollen Zuschauerreihen. „Haben Sie schon mal ein Mädchen geküsst?“ Diese Frage geht gezielt an Frauen. Und „wofür lohnt es sich zu kämpfen?“

Hippies

Musikalisch wird das Musical eröffnet. Dann stürzen zwei Figuren auf die Bühne. Beide gleichen sich mit ihren Afro-Frisuren. Sie stürzen sich auf ein Stück Stoff in der Mitte. Beide zerren daran, nur einer kann gewinnen. Sollen sich so gleich zu Anfang zwei Seiten einer Rolle offenbaren? Es ist Berger, eine Schlüsselfigur der Hippies, die ihre Zeit im New Yorker Central Park verbringen.

Anderssein

Eine Gruppe junger Menschen ist dort „ausgestiegen“. Mit ihrem Anderssein lehnen sie sich auf gegen gesellschaftliche Konventionen, gegen den Krieg in Vietnam, gegen die Zerstörung ihrer Umwelt. Auf ihre Welt trifft Claude, der sich für den Militäreinsatz in Vietnam gemeldet hat. Sheila und er verlieben sich. Als Claude nach Nevada muss, fährt die Hippie-Gruppe nach, um für die Liebenden ein Treffen zu organisieren. Berger hält für Soldat Claude die Stellung. Dann muss er an Claudes Stelle mit nach Vietnam und verliert dort im Kriegseinsatz sein Leben.

Stimmige Aufführung

Die Geschichte von damals bleibt nicht nur Rückblick. Das Ensemble mit mehr als 100 Mitwirkenden – unmöglich sie alle einzeln zu nennen – weckt Assoziationen zu der aktuellen Fridays-for-Future-Bewegung.

Dass die Aufführung so stimmig wirkt, liegt nicht nur am engagierten Spiel in dazu passenden Kostümen (Felix von Nostiz) und den ausdrucksstarken Choreografien (Sebastian Wartini). Überzeugend sind auch die musikalische Leistung von Chor und Solisten sowie der Band (Musikalische Leitung: Birgit Ott, Bandleitung: Maximilian Abraham) und viele spritzige (auch Text-)Ideen (Regie: Agnes Giese vom Jungen Theater und Laura Kohlhoff von der IGS), mit denen die Geschichte erzählt wird. So wird eine Matratze vom Sitzplatz zum Auto.

Szene aus „Hair“: Claude (Thore Laschke) inmitten seiner neuen Freunde.

Die Landschaft, an der das Auto vorbeizieht, wird auf bemalten Pappschildern lebendig - mit Bäumen, Kakteen, einer Tankstelle. Wunderbar bildlich ist die Szene, in der Berger das Auto von Sheilas Bruder übernimmt. Aus einem Becken vom Schlagzeug wird das Steuer. Dass das Auto fährt, illustriert der (auf der Stelle) joggende Bruder.

Schulleiterin Laspe

Nach knapp anderthalb Stunden krönt begeisterter Applaus die überragende Gemeinschaftsleistung mit Zugabe und vielen Dankesrednern angeführt von Schulleiterin Tanja Laspe. Wohlverdient war die Premierenfeier.

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