Immer in Bereitschaft

Göttinger Gesundheitsamt ist dem Corona-Virus seit einem Jahr ständig auf der Spur

Petra Broistedt
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Sozialdezernentin Petra Broistedt

Göttingen – Kaum eine Behörde in der Region muss seit einem Jahr ständig so am Limit arbeiten wie das Gesundheitsamt für Stadt und Landkreis Göttingen. Das Corona-Virus hält die Mitarbeiter ständig unter Dampf – und es ist noch lange nicht vorbei.

Das machte Göttingens Sozialdezernentin Petra Broistedt am Freitag deutlich. Ausgezahlt habe sich, dass das Gesundheitsamt stets schnell reagiert und alle Kontakte nachverfolgt habe. Aber auch die Göttinger Einrichtung sei an ihre Grenzen gekommen. Laut Broistedt ist es machbar, die Kontakte von 30 Neuinfektionen abzuarbeiten – darüber wird es schwierig.

In der ersten Phase der Pandemie sei es gelungen, die Infektionen lokal unter Kontrolle zu halten. Dies gelte auch für die beiden Hochhaus-Komplexe in Göttingen. In der ersten Phase waren zudem vor allem Senioren von Infektionen betroffen.

Dieses Bild hat sich mit der zweiten Welle ab Herbst verändert. Jetzt sind auch deutlich jüngere Menschen deutlich mehr infiziert. Broistedt ist froh darüber, dass der Inzidenzwert noch immer deutlich unter dem Bundesschnitt liegt. Als hilfreich bei der Verfolgung von möglichen Ausbrüchen haben sich dabei auch Reihentests erwiesen, die angeordnet wurden.

Um das riesige Pensum überhaupt schaffen zu können, wurde das Personal im Gesundheitsamt kräftig aufgestockt. Zu den 110 originären Mitarbeitern kamen fast 130 weitere hinzu, um einen Sieben-Tages-Betrieb in zwei Schichten von 7 bis 22 Uhr gewährleisten zu können. 60 Studenten sind in der Kontaktnachverfolgung eingebunden. „Wenn es am Wochenende einen Ausbruch gibt, können wir nicht bis Montag warten“, machte Broistedt deutlich. Sorgen bereitet Broistedt weiterhin die britische Mutation. Sie wurde in etwa 50 Fällen in der Region bereits nachgewiesen. (Bernd Schlegel)

Hintergrund: 20.000 Quarantäne-Anordnungen

Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Stadt und Landkreis Göttingen 20.000 Quarantäne-Anordnungen ausgesprochen. Diese Zahl nannte Göttingens Sozialdezernentin Petra Broistedt. Die Mitarbeiter des Ordnungsdienstes waren in der Region Göttingen zu 100.000 Kontrollstunden unterwegs. Am Bürgertelefon wurden mehr als 21.000 Anrufe entgegengenommen. In der Region wurden rund 1600 Bußgeldverfahren eingeleitet. (bsc)

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