Göttingen

Göttinger Grundschüler lernen „!Respect“: Spiel, Spaß und Bewegung für wertschätzendes Miteinander

Konflikttraining in der Grundschule: „!Respect!“-Coach Milutin Susnica bringt Kindern in der Sporthalle Konfliktfähigkeit bei
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Konflikttraining in der Grundschule: „!Respect!“-Coach Milutin Susnica mit Kindern der Astrid-Lindgren-Schule.

Respektvoll miteinander umgehen – das lernen die Grundschüler der Astrid-Lindgren-Schule auf spielerische Art. Das besondere Konflikttraining gibt es in Göttingen an fünf Schulen.

Göttingen – Unterricht der etwas anderen Art erleben aktuell die Grundschülerinnen und Grundschüler der Göttinger Astrid-Lindgren-Schule: Auf ihrem Stundenplan steht „!Respect“ – ein Verhaltenscoaching des gleichnamigen Göttinger Vereins, bei dem die Erst- bis Viertklässler ein respektvolles Miteinander lernen.

Das Trainingsprogramm des gemeinnützigen Vereins, das mit Geld der Stiftung Sparda-Bank Hannover gefördert wird, stärkt das sozial-emotionale Handeln der Kinder.

Spielerisch und mit einer großen Portion Spaß und Bewegung lernen die Mädchen und Jungen, achtsam mit sich und anderen umzugehen sowie eigene Gefühle wahrzunehmen und zu Vertrauen, heißt es in einer Mitteilung der Astrid-Lindgren-Schule.

„!Respect“ an Göttinger Grundschulen: Zusammenhalt stärken, Pausenhofatmosphäre verbessern

Ziel sei es, anderen respektvoll zu begegnen, sich selbst zu behaupten und Konflikte ohne körperliche Gewalt zu lösen, erklärt !Respect-Geschäftsführer Jan Lindner. Das Training stärke den Zusammenhalt aller Kinder im Klassenverband und verbessere die Atmosphäre auf dem Pausenhof.

Denn laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung fühlen sich viele Kinder im Lebensraum Schule oft nicht sicher. Demnach beklagten knapp 30 Prozent der Grundschüler und Grundschülerinnen, dort regelmäßig gehänselt, absichtlich gehauen oder ausgegrenzt worden zu sein.

Um dem entgegenzuwirken, sollten Kinder früh und altersangemessen sozial-emotionale Kompetenzen entwickeln.

„!Respect“ an Göttinger Grundschulen: Nachhaltigkeit und Wirksamkeit

Während die Zweit- bis Viertklässler der Astrid-Lindgren-Schule das Verhaltenscoaching bereits in den vergangenen Jahren kennengelernt haben und daher aktuell von Coach Milutin Susnica eine Auffrischung erhalten, ist es für die Erstklässler das Konfliktraining neu.

In je sechs Unterrichtsstunden erleben sie Spiele und Übungen zur Förderung ihrer Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit. Das Kollegium der Göttinger Grundschule ist in das Projekt miteinbezogen, indem es bei den bewegungsreichen Kindertrainings hospitiert.

Denn nur durch die Einbeziehung der Lehrkräfte könne umgesetzt werden, dass die !Respect-Regeln für alle Kinder gelten und mit Regelverstößen einheitlich umgegangen werde. Das führe zu noch mehr Nachhaltigkeit und Wirksamkeit.

„!Respect“ an Göttinger Grundschulen: Sozial-emotionales Lernen

Auch Tanja Urban, Schulleiterin der Astrid-Lindgren-Schule, ist überzeugt von dem Projekt zum sozial-emotionalen Lernen. Man freue sich, dass der den Kindern bereits bekannte Coach Milutin Susnica den Grundschülern die richtige Streitkultur beibringen könne.

Wie die Lehrer wurden auch Eltern und Erziehungsberechtigte einbezogen. Aufgrund der Corona-Pandemie fand der Infoabend jedoch dieses Mal digital per Zoom-Meeting statt.

Das !Respect-Konflikttraining wird seit 2016 an fünf Göttinger Grundschulen umgesetzt. Bundesweit sind es bald sogar 100 Schulen. (Melanie Zimmermann)

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