Nach Italien

Göttinger Gruppen protestieren gegen Abschiebung von junger Frau aus Eritrea

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Das Neue Rathaus in Göttingen: Nach Angaben der Stadt ist sie für die Abschiebung der jungen Frau nicht zuständig.  

Göttingen. Mehrere Initiativen und die Grüne Jugend haben gegen die Abschiebung einer jungen Frau aus Eritrea von Göttingen nach Italien protestiert.

Die 19-Jährige sei am Mittwochmorgen von Polizisten aus einer Sammelunterkunft in Göttingen abgeholt worden, berichtete der örtliche Arbeitskreis Asyl am Donnerstag.

Nach einem Suizidversuch Anfang dieses Jahres habe sich die Frau in psychotherapeutischer Behandlung befunden, sagte ein Sprecher des Arbeitskreises. Die Ausländerbehörde der Stadt Göttingen habe dies gewusst und „war sich im Klaren darüber, was solch ein Überfall und die Abschiebung mit ihr machen würde“. Sie war aus ihrem Heimatland geflohen, wo sie nach Angaben des Arbeitskreises Asyl wegen politischem Akivismus einige Zeit im Gefängnis saß.

Ihre Flucht aus Eritrea hatte die Frau nach Angaben von Unterstützern unter anderem durch Äthiopien, den Sudan und Libyen geführt. Von dort kam sie mit einem Boot über das Mittelmeer nach Italien, wo sie registriert wurde. Nach den ssogenannten Dublin-Verordnungen müssen Asylsuchende in dem Vertragsland ihr Verfahren betreiben, das sie als erstes betreten haben.

„Wir fordern von der Stadt Göttingen, die sofortige Rückkehr der Frau zu organisieren“, erklärte der Arbeitskreis Asyl weiter. Auch die Grüne Jugend Göttingen verlangte die Rückholung der Eritreerin. „In Italien drohen der Betroffenen Obdachlosigkeit und Armut – das Land ist überfordert“, sagte eine Sprecherin der Jugendorganisation. An diesem Sonnabend werde es eine Demonstration gegen die „Abschiebepraxis“ in Göttingen geben.

Stadt nicht zuständig

Die Stadt Göttingen erklärte sich in dem Fall für nicht zuständig. Entscheidungsträger sei das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, sagte ein Stadtsprecher. Für die Umsetzung der Abschiebung sei die niedersächsische Landesaufnahmebehörde verantwortlich gewesen. (epd/bsc)

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