Wechsel an der Spitze

Göttinger Händel-Festspiele: Jochen Schäfsmeier übernimmt von Wolff ab 2021

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Neuer Intendant der Händel-Festspiele: Jochen Schäfsmeier.

Göttingen – Die Internationale Händel-Festspiele erhalten ab 2021 ein neues Gesicht – zumindest, was das Leitungsteam betrifft.

Nach dem seit Anfang 2018 feststehenden Weggang des geschäftsführenden Intendanten Tobias Wolff im Sommer, ist nun die Nachfolge geklärt: 2021 wird Jochen Schäfsmeier übernehmen. Er ist seit 2005 Geschäftsführer des Concerto Köln, ein auf historische Aufführungen spezialisiertes, ausgezeichnetes und international renommiertes Orchester.

„Die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen ziehen seit fast 100 Jahren ein großes Publikum in die Universitätsstadt. Es ist ein Glücksfall für jeden, der hieran beteiligt ist“, sagt Schäfsmeier. Er möchte am von Wolff geprägten Kurs festhalten: „Es wird auch in Zukunft unser Ziel sein, historische Aufführungspraxis und die Musik Händels gleichermaßen modern zu präsentieren.“

Schon jetzt freue er sich auf die Zusammenarbeit mit dem künftigen musikalischen Chef, George Petrou, dem Festspiel-Orchester Göttingen, allen Künstlerinnen und Künstlern sowie „natürlich auf das Göttinger Publikum“.

Petrou war im Oktober als Nachfolger des ebenfalls im Sommer 2021 freiwillig ausscheidenden, beliebten künstlerischen Leiters Laurence Cummings verpflichtet worden. Sowohl Cummings als auch Wolff waren seit 2011 in Göttingen tätig.

Eine fünfköpfige Auswahlkommission um den Aufsichtsratsvorsitzenden der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen GmbH, Dr. Wilhelm Krull, wählte Schäfsmeier aus einer Vielzahl von internationalen Bewerbern. „Es ist für uns überaus erfreulich, dass wir mit Jochen Schäfsmeier einen sehr renommierten und ökonomisch erfolgreich agierenden Kandidaten für die Nachfolge von Herrn Wolff gewinnen konnten. Mit George Petrou wird er die Festspiele in eine erfolgreiche Zukunft führen“, erklärte Krull, der in der kürzlich von der Position des Stiftungsratsvorsitzenden der Uni Göttingen zurückgetreten war.

Auch Prof. Wolfgang Sandberger, Vorstandsvorsitzender der Händel-Gesellschaft, ist mit der Wahl zufrieden: „Als Geschäftsführer des großartigen, sich selbst verwaltenden Ensembles Concerto Köln hat Jochen Schäfsmeier bewiesen, dass er international sehr erfolgreich agiert. In der Alte-Musik-Szene ist er bestens vernetzt.“

Mit der Ernennung Schäfsmeiers zum Geschäftsführenden Intendanten ist das Leitungsteam ab der Saison 2021/22 komplett. Der künstlerische Leiter George Petrou zeichnet für das Programm der Festspiele ab 2022 verantwortlich, während Schäfsmeiers sich primär um die operative und finanzielle Leitung der Festspiele kümmert.

Der noch amtierende Intendant Tobias Wolff hatte frühzeitig angekündigt, seinen bis 2021 laufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen. Er wagt einen Karriere-Sprung, wird am Sommer 2022 Intendant der Oper Leipzig. Bei den Händel-Festspielen hat er neben dem Schwerpunkt von – meist hochgelobten – Neuinszenierungen von Händel-Opern auch für neue Cross-Over-Veranstaltungen, der Etablierung von Veranstaltungen in der Region um Göttingen sowie Angebote für Kinder und Jugendliche gesorgt. Auch steht Wolff für ein stärkeres Zusammenrücken der Kulturinstitutionen in Göttingen. 

Zur Person

Jochen Schäfsmeier (51), wurde 1968 in Lehrte bei Hannover geboren. Seinen Studiengang an der Hochschule des Saarlandes für Musik und Theater in Saarbrücken schloss er mit dem Diplom ab. Als langjähriger Geschäftsführer von Concerto Köln war Schäfsmeier verantwortlich für operative Aufgaben sowie die strategische wirtschaftliche und künstlerische Planung.

Zudem verfügt er nach Angaben der Händel-Festspiele über tief gehende Kenntnisse zur Akquise von Fördermitteln. Zuvor war Schäfsmeier als Geschäftsführer der Hamburger Camerata sowie als Orchestermanager und kommissarischer Geschäftsführer des Jeunesses Musicales Weltorchesters tätig. Seit 2014 ist er Lehrbeauftragter an der Hochschule Macromedia, University of Applied Sciences. An den Standorten Köln und Stuttgart hält er Vorlesungen zu Ensemblemanagement und Orchester-Geschichte

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