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Göttinger Ingenieure stellen neuartige Lastwagen-Achse vor

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Neuartiges Fahrwerk für LKW: Prof. Dr. Christopher Frey (rechts) präsentiert die 9to-Achse im Labor der Göttinger HAWK-Fakultät Naturwissenschaften und Technik. © HAWK/nh

Göttingen. HAWK-Ingenieure haben eine nur 350 Kilo schwere LKW-Achse entwickelt und wollen das bislang leichteste Fahrwerk seiner Art im September auf der IAA Nutzfahrzeuge-Messe in Hannover vorstellen.

Die 9to-LKW-Achse soll helfen Kraftstoff zu sparen. Je leichter ein Fahrzeug, desto geringer der Verbrauch, meldet die Göttinger Fakultät Naturwissenschaften und Technik der Hochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen (HAWK). Die neu entwickelte Achse ist 40 Kilo leichter als herkömmliche Fahrwerke. Filigrane Strukturen aus stählernen Zug- und Druckstäben ersetzen schwere, balkenförmige Achskörper und Lenker.

Unter Leitung von Prof. Dr. Christopher Frey haben die Göttinger HAWK-Ingenieurwissenschaftler mit Studierenden bionische Prinzipien und die Lehre von Tragwerksstrukturen auf die Konstruktion des neuartigen Fahrwerkes übertragen. Die Konstruktion ertrage unterschiedliche Lastfälle – beispielsweise eine extreme Kurvenfahrt ebenso wie eine Geradeausfahrt über ein Hindernis, werben die Entwickler.

Patente beantragt

Internationale Patente haben die Göttinger bereits angemeldet und sind davon überzeugt, dass ihr neuartiges Fahrwerk sowohl für Produzenten und Spediteure als auch für die Umwelt Vorteile bringt. Die Hersteller würden profitieren, weil sie weniger Material in der Produktion einsetzen müssen.

Der Gewichtsvorteil werde mit kostengünstigen Feinkornbaustählen erzielt, sodass auf den Einsatz von teuren Leichtbauwerkstoffen wie Aluminium oder Carbon verzichtet werden könne. Die Reduktion des Gewichtes könne somit direkt in einen Kostenvorteil umgesetzt werden. Spediteure sollen profitieren, weil ein leichtes Fahrzeug sparsamer ist. Die Gewichtsreduktion gehe direkt in den Fahrwiderstand ein. Das spare etwa 80 Liter Diesel auf 100 000 Kilometer, rechnen die HAWK-Ingenieure. Die zulässige Fahrzeugnutzlast werde um den Beitrag erhöht, um den das Leergewicht sinke. Das heißt: Ein leichteres Fahrzeug kann mehr Ladegut transportieren, was die Transportkosten senkt.

Weniger Kraftstoff nötig

Am meisten wird aus Sicht der Entwickler aber die Umwelt profitieren: Geringeres Gewicht bedeute weniger Kraftstoffverbrauch und damit weniger CO-2 -Ausstoß. Somit leiste die neuartige Konstruktion ihren Anteil zum Umweltschutz und dem Erreichen der Klimaziele, sind die Ingenieure überzeugt und berichten über Interesse an ihrem neuen Fahrwerk. Mit Industriepartnern werde intensiv an der Produktion gearbeitet. Auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover wird die Neuentwicklung vom 20. bis 27. September in Halle 22 (Stand D22) vorgestellt.

Fahrzeugbau als Schwerpunkt

An der HAWK-Fakultät Naturwissenschaften und Technik hat Prof. Dr. Christopher Frey das Thema Fahrzeugbau zu einem Schwerpunkt ausgebaut. Seit 2013 leitet er das Lehrgebiet Konstruktion im Studiengang Präzisionsmaschinenbau in Göttingen. Studiert hat der 54-jährige Maschinenbauer an der Leibniz Universität Hannover. Seit 1999 arbeitete der Experte im Bereich Fahrzeugtechnik in verschiedenen Positionen für die Daimler AG.

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