Sparkasse: Markt extrem knapp bestückt

Attraktiver Immobilienmarkt: Göttinger investieren in Steine

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Stark gefragt: Bovenden profitiert vom kaum vorhandenen Angebot an Bauplätzen für Eigenheime in Göttingen. Das Baugebiet am Sonnenberg im Süden von Bovenden ist so gut wie ausgebucht.

Göttingen. 5000 Menschen wollen in Göttingen ein Haus kaufen, sind bei der Immobilienabteilung der Sparkasse registriert. Doch das Angebot ist „extrem knapp“, wie Vorstandsmitglied André Schüller sagt.

Es ist das alte Lied: Der Vorstand der Sparkasse Göttingen verkündet bei der Jahresbilanzkonferenz hervorragende Zahlen aus einem „attraktiven Immobilienmarkt“: 230 Objekte wurden 2015 verkauft, im Wert von 59 Millionen Euro. Das ist ein Plus von 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Eigentlich alles gut, könnte man meinen. Aber: Das teure Gut Immobilie ist in Göttingen knapp. Und deshalb ist es teuer. Das bringt zwar gutes Geld für die Vermittlung, den Verkauf. Aber es könnte noch mehr Geld bringen, wenn es mehr Grundstücke und Häuser gäbe.

Also bemängeln die Sparkassen-Verantwortlichen den Mangel. Für Menschen, die ein Eigenheim, freistehend oder als Reihen- und Doppelhaus bauen wollen, gibt es fast keine Möglichkeit zur Realisierung des Eigenheim-Traums.

Die Sparkassen-Vorstände Rainer Hald und André Schüller forderten nicht so vehement wie im Vorjahr das Ausweisen neuer Baugebiete im Kernstadtgebiet, aber sie verwiesen darauf, dass etwas gehen kann, wenn man will: In Nikolausberg seien mit Hilfe der Sparkasse aus Erbpachtboden Kaufgrundstücke gemacht worden, zwar nur auf 10.000 Quadratmetern für Reihen- und Doppelhäuser, aber immerhin. „Alle sind schon vergeben, das ging sehr schnell“, sagte Hald.

Auf die HNA-Frage, ob die Stadt im neuen Flächennutzungsplan genügend Flächen in der Planung vorhält, wich Hald aus: Man müsse sich auch auf die Sanierung und den Abriss und Neubau von bestehenden Mehrfach-Wohnhäusern ausrichten.

Projekte wie von der Städtischen Wohnungsbau GmbH in Weende machten Hoffnung. Dann fügte Hald an: „Im Süden von Göttingen ginge eigentlich schon etwas auch unterhalb des Wohnstifts.“ Unter dem Strich aber bleibe nicht sehr viel.

Der Vorstandsvorsitzende blickte auch voraus: Der Immobilienmarkt in Göttingen werde eng bleiben. Gründe: Die Studentenzahlen sind hoch und werden es bleiben. Es gibt eine starke, unbefriedigte Nachfrage nach Eigenheimen und Eigentumswohnungen. Und nach wie vor wollen viele Menschen von außerhalb nach Göttingen ziehen.

„Wir hatten schon einmal diese Situation, 1993, als ich nach Göttingen kam“, blickte Hald zurück. Große Baugebieten wie Kiesseekarree, Zietenterrassen und Elliehausen brachten eine Verbesserung. Aber: Solch große Bauflächen fehlen jetzt.

Göttingen liegt bei Kauf- und Mietpreisen über dem Landesdurchschnitt, teilweise über dem Bundesschnitt: Für eine 30 Quadratmeter Wohnung zahlt ein Mieter in Göttingen 10.28 Euro, in Niedersachsen 7.51 Euro und in Deutschland 9,41 Euro. Für den Kauf einer 100- Quadratmeter-Wohnung zahlt man in Göttingen durchschnittlich 2900 Euro pro Quadratmeter. Im Land 2200 Euro und in Deutschland auch etwa 3000 Euro. In der Landeshauptstadt Hannover übrigens „nur“ 2850 Euro. Ein 200-Quadratmeter-Haus kostet in der Uni-Stadt 2100 Euro, in Niedersachsen 1200 Euro und in Deutschland durchschnittlich 1700 Euro pro Quadratmeter.

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