Stammzell-Spender gesucht

Göttinger Jurastudenten organisieren Typisierungs-Aktion - Lebensretter gesucht

Die Göttingerin Anett Baron (Mitte)im Kreise ihrer Kinder.
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Auf der Suche nach ihrem „Stammzell-Zwilling“: Die Göttingerin Anett Baron (Mitte) hat Leukämie. Für sie findet eine Typisierungs-Aktion vor dem Juridicum statt.

Weil die Mutter ihrer Kommilitonin an Leukämie erkrankt ist, organisieren Jura-Studenten am Donnerstag und Freitag - 15. und 16. Juli - eine Typisierungsaktion auf dem Zentralcampus.

Göttingen - Lea Baron ist Jura-Studentin an der Georg-August-Universität Göttingen. Als ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen erfahren, dass ihre Mutter Anett an Leukämie erkrankt ist, werden sie aktiv und möchten der Familie helfen, den lebensnotwendigen „Stammzell-Zwilling“ für Leas Mutter zu finden. Sie organisieren eine Typisierungsaktion.

Am Donnerstag, 15. Juli und Freitag, 16. Juli findet auf dem Göttinger Zentralcampus vor dem Haupteingang des Juridicum daher eine Typisierungsaktion für Anett Baron statt.

Unterstützt werden die Organisatoren dabei von der Knochenmark- und Stammzellspenderdatei Göttingen (KMSG) der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Die Typisierungsaktion findet außerdem unter der Schirmherrschaft des Universitätspräsidenten Prof. Dr. Metin Tolan statt.

Viele Leukämie-Patientinnen und Patienten sind auf eine Transplantation von Blutstammzellen angewiesen und haben durch eine passende Spende oftmals eine gute Chance, weiterzuleben. Die Typisierung erfolgt über einen schmerzlosen Abstrich an der Wangenschleimhaut. Anschließend werden die Daten in der Knochenmark- und Stammzellspenderdatei der U´niversitätsmedizin Göttingen (UMG) registriert.

Die Aktion findet an beiden Tagen jeweils von 16 bis 21 Uhr vor dem Haupteingang des Juridicum, Platz der Göttinger Sieben 6, statt.

„Mit der Diganose Leukämie sieht alles so finster aus. Und dann kommen helfende Hände von Außen, die sagen: ,Wir machen das, wir schaffen das!’“, erzählt Lea Baron, für deren Mutter Anett die Typisierung stattfindet. Damit ist Anett Baron eine von mehreren tausend Erwachsenen, die jährlich daran erkranken – und auch viele Kinder sind betroffen.

Aktuell befindet sich Anett Baron in der Chemotherapie. Und trotz aller Strapazen findet sie noch Energie, um für das Thema Stammzellspende und Blutspende zu werben und darüber aufzuklären. „Das bedeutet, dass sie noch sie selbst ist. Sie kämpft und sie hat die Kraft“, sagt Tochter Lea.

Was passiert bei einer Typisierung?

Bei einer Typisierungsaktion können sich Freiwillige als potenzielle Stammzellspender registrieren lassen.

Für eine Stammzellspende werden Menschen mit übereinstimmenden HLA-Merkmalen (Humane-Leukozyten-Antigene) gesucht. Weil es mehrere tausend Varianten dieser Merkmale in unzähligen Kombinationen gibt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering einen „genetischen Zwilling“ zu finden.

Jede Typisierung hilft also dabei, die „Nadel im Heuhaufen“ zu finden und gibt gleichzeitig vielen Menschen weltweit Hoffnung. Lea und ihre Kommiliotonen hoffen, dass sich möglichst viele Freiwillige registrieren lassen. (Melanie ZImmermann)

transfusionsmedizin.umg.eu

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