Göttingen: Sie erhielten Preise der Körber-Stiftung

Göttinger Juristinnen ausgezeichnet

Blick auf die Staats- und Universitätsbibliothek am Campus der Georg-August-Universität.
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Die zwei Göttinger Juristinnen Dr. Lucia Sommerer und Marie von Falkenhausen erhalten Studienpreise der Körber-Stiftung.

Die Göttinger Juristinnen Dr. Lucia Sommerer und Marie von Falkenhausen erhalten Studienpreise der Körber-Stiftung. Sommerer erhielt den ersten Preis der Sektion Geistes- und Kulturwissenschaften.

Göttingen – Er ist mit 25 000 Euro dotiert ist. Von Falkenhausen hat laut Universität Göttingen den zweiten Preis und 5000 Euro bekommen.

Sommerer wurde für ihre Promotion über rechtlich bedenkliche Kriminalprognosen durch Algorithmen ausgezeichnet. Zur Vorhersage kriminellen Verhaltens nutze die Polizei zunehmend Computersysteme. Sommerer bemängele, dass diese Systeme vor ihrer Einführung unzureichend juristisch-kriminologisch begleitet würden. So beschnitten sie das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Eine weitere Gefahr bestehe darin, dass die Nutzer sich maschinengläubig auf die Ergebnisse verließen. Tatsächlich seien die Systeme nicht neutral, sondern schrieben bestehende Annahmen fort. Sommerer habe daher eine Checkliste erarbeitet, die bereits bei der Entwicklung des Systems Transparenz fördern soll.

Von Falkenhausen schrieb ihre Dissertation zu dem Thema „Menschenrechtsschutz in internationalen Lieferketten: Haften deutsche Unternehmen für die Zustände bei ihren Zulieferern?“. Ihr Ergebnis: Das geltende Deliktrecht sei dem Menschenrechtsschutz abträglich. Es setze Anreize, sich so wenig wie möglich in Zustände bei eigenen Zulieferern einzumischen. Eine effektive Neuregelung der Haftung benötige auch eine neue Bestimmung dafür, was Menschenrechte für Unternehmen bedeuten sollen.  (Fabian Becker)

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