Göttinger Kamera zeigt immer mehr Planeten-Details

Ein Schnappschuss aus einer Entfernung von etwa 46 000 Kilometern: Die Nasa-Raumsonde Dawn hat den Zwergplaneten Ceres fotografiert. Die dabei verwendete Kamera stammt aus Südniedersachsen. Foto: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA/nh

Göttingen. Ganz unterschiedliche Krater überziehen die Oberfläche des Zwergplaneten Ceres. Das ist auf den jüngsten Aufnahmen der Nasa-Raumsonde Dawn zu sehen ist, die mit einem Kamerasystem aus Göttingen geschossen wurden.

Auf den Bildern, die das wissenschaftliche Kamerasystem in der vergangenen Woche aus einer Entfernung von 46 000 Kilometern eingefangen hat, treten viele Details nun noch viel deutlicher zu Tage. Der Steilhang etwa, der bereits zuvor zu erkennen war, entpuppt sich inzwischen als Teil des Randes eines großen Kraters, der im Durchmesser etwa 300 Kilometer misst.

Glatte Oberfläche

Die Oberfläche innerhalb des Kraters wirkt ausgesprochen glatt und ist von nur wenigen kleineren Kratern durchbrochen. „Dies spricht dafür, dass es sich um das Überbleibsel eines vergleichsweise jungen Einschlags handelt“, erklärt Michael Schäfer, Dawn-Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS). Inmitten auffällig vieler kleinerer Krater ragt ein Zentralberg empor. Solche Zentralberge finden sich auch etwa auf dem Mond und auf anderen Planeten. „Die Krater werden uns im Laufe der Mission einen indirekten Blick in das Innere von Ceres ermöglichen“, sagt Andreas Nathues vom MPS, wissenschaftlicher Leiter des Kamerateams. „Die Art und Weise, wie die einschlagenden Brocken den Untergrund verformen und wie der Untergrund auf längeren Zeitskalen darauf reagiert, erlaubt Rückschlüsse auf das tiefer liegende Material“, ergänzt der Geologe Schäfer. In den nächsten Wochen und Monaten wollen die Forscher die Oberfläche des Zwergplaneten deshalb genau vermessen.

Das Kamerasystem an Bord der Raumsonde Dawn wurde unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Göttingen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig entwickelt und gebaut. Das Kamera-Projekt wird finanziell von der Max-Planck-Gesellschaft, dem DLR, der Nasa und vom Jet Propulsion Laboratory unterstützt. (bsc)

www.mps.mpg.de

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