Göttinger Kummer-Nummer braucht Hilfe von neuen Mitarbeitern

Freut sich auf neue Berater bei der „Nummer gegen Kummer“: Gisela Wetzel-Willert, Vorsitzende des Kinder und Jugendtelefons in Göttingen. Foto: Schlegel

Göttingen. Wenn Kinder und Jugendliche Sorgen und Nöte haben, rufen sie bundesweit bei der „Nummer gegen Kummer“ an. Die Göttinger Gruppe braucht dringend Verstärkung.

Neue Helfer: Gisela Wetzel-Willert, Vorsitzende des Göttinger Fördervereins, ist ständig auf der Suche nach neuen Helfern, die sich die Beratungsarbeit am Telefon zutrauen. „Man muss die Bereitschaft mitbringen, sich in die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen einzufühlen“, sagte sie.

Sorgentelefon: Die „Nummer gegen Kummer“ ist sozusagen die Telefonseelsorge für Kinder und Jugendliche. Die künftigen Mitarbeiter müssen offen und tolerant sein. „Dabei ist es entscheidend, sich in die eigene Jugend zurückzuversetzen.“

14.000 Anrufe im Jahr: Oftmals geht es in den Gesprächen um den ersten Liebeskummer oder schlechte Noten in der Schule. Allein in Göttingen werden pro Jahr mehr als 14.000 Anrufe an. „Manche Telefonate brauchen nur fünf Minuten angenommen. Manchmal dauert es aber auch eine dreiviertel Stunde oder mehrere Telefonate, bis Jugendliche über das Problem sprechen, das sie eigentlich bewegt.“

Schlimme Tatsachen: Oft werden die ehrenamtlichen Mitarbeiter mit schlimmen Tatsachen konfrontiert. Dazu gehören Gewalt und Schläge in der Familie und in den Freundeskreisen. Oftmals geht es zudem um Freundschaften, die zerbrechen oder von denen man hofft, dass sie zustande kommen.

Krisensituationen: In Krisensituationen ist das Telefon besonders wichtig. So gibt es beispielsweise Anrufe von jungen Mädchen, die schwanger sind. Sie brauchen Hilfe bei der Bewältigung der nächsten Schritte, zum Beispiel beim Gang zur Schwangerenberatung oder beim Gespräch mit den Eltern.

Spezieller Ort: Für die Telefonate sitzen die Mitarbeiter an einem speziellen Ort, der in der Öffentlichkeit nicht bekannt gemacht wird. Außerdem dürfen die Jugendlichen anonym und kostenfrei anrufen. Die Rufnummern werden nicht gespeichert. Auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter müssen ihre Identität nicht offenbaren. (bsc)

70-stündiger Ausbildungskurs beginnt im September

Im September beginnt wieder ein 70-stündiger Ausbildungskurs für angehende Berater. Wer mitmachen möchte, muss bereit sein, vier Stunden im Monat am Telefon zu sitzen und zweimal im Monat an Teamsitzungen und Fortbildungen teilzunehmen.

Die Berater sind Mitglieder im Förderverein und bekommen bei den Sitzungen Hilfe bei der Bewältigung ihrer Aufgaben. Viele bleiben nach der Ausbildung nur für zwei Jahre dabei. Deshalb werden ständig neue Helfer für das 60-köpfige Team gesucht. „Schließlich sollen sie mit den Problem nicht allein bleiben.“

Bereits seit 2001 gibt es neben der telefonischen Beratung auch Hilfe per E-Mail. Allein in Göttingen werden pro Jahr mehr als 2000 E-Mails beantwortet. Künftige Berater können sich unter Tel. 0551/37 98 77 melden. (bsc)

Kontakt: Nummer gegen Kummer, Montag bis Samstag 14 bis 20 Uhr, Tel. 116111 oder Tel. 0800/110333 (kostenfrei).

www.kjt-goettingen.de

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