Mit Preisnominierung

Göttinger Literaturherbst: Buchklassiker in einfacher Sprache gesprochen 

+
Vermittler von Literatur: Christoph Huber (vorne) und Stefan Dehler als Theatergruppe „Stille Hunde“. Sie spielen beim Literaturherbst auch Goethes„Faust“.

Etwa 700 Bewerber gibt es für den Deutschen Lesepreis, darunter ist auch der Göttinger Literaturherbst. Und der kann schon einen ersten Erfolg verzeichnen.

 Der Göttinger Literaturherbst ist unter den besten 48 weiter im mit 25.000 Euro dotierten Wettbewerb – in der Kategorie „Herausragendes Engagement in der Leseförderung“.

Beworben hat sich das Literaturherbst-Team mit dem Projekt „Weltliteratur für Alle“: Lesungen in einfacher Sprache“. Diese Reihe gibt es seit einigen Jahren und soll Menschen ansprechen, die Probleme beim Lesen und Verstehen von Texten aus Klassikern wie Romanen haben.

Literatur soll für alle zugänglich sein

„Literatur gilt gemeinhin als für ein akademisches, höher gebildetes Publikum gemacht, das ist aber nicht so. Literatur ist für alle da“, sagt Literaturherbst-Geschäftsführer Johannes-Peter Herberhold im Brustton der Überzeugung. 

„Deshalb liegt uns die Reihe Herzen, deshalb machen wir sie, und wir sehen es als Auftrag an, ein Programm für alle Menschen zu Machen.“ Die Reihe läuft natürlich auch im diesjährigen Literaturherbst (18. bis 28. Oktober). 

„Sie hat sich etabliert, gehört fest zu unserem Programm“, sagt Johannes-Peter Herberhold. Anfangs sei es auch darum gegangen, den Menschen über die Schwelle zu helfen, sie in die Veranstaltungen zu bekommen. Diese Schwellenangst haben viele überwunden. 

Die Veranstaltungen sind gut besucht – übrigens nicht nur von lese- und schreibschwächeren Menschen. „Die Lesungen kosten natürlich keinen Eintritt, auch damit wollten wir es den Besuchern einfach machen, zu kommen. Wir wollen ein barrierefreies Angebot machen.“

Goethe, Herrndorf und Kika

Dass das Konzept funktioniert liegt auch an den Künstlern. „Wir haben tolle Vermittler gefunden“, beschreibt Herberhold. Vermittler sind die Stillen Hunde in Person der seit elf Jahren zusammen frei agierenden Schauspieler und Autoren Stefan Dehler und Christoph Huber. 

Sie lesen die Stoffe nicht nur in einfacher Sprache, sondern setzen sie auch szenisch um, spielen sie. In diesem „Herbst“ werden Dehler/Huber sogar einen Klassiker der deutschen Literatur, nämlich Goethes „Faust“ lesen-spielen. Zudem treten wie in der Reihe „Einfache Sprache“ auch mit dem Erfolgsroman von Wolfgang Herrndorf „Tschick“ auf.

Ebenfalls im Programm ist diesmal der aus dem Kinderkanal (KiKA) bekannte Moderator Eric Mayer. Er wird aus der Kinderbuchreihe „Die Bunte Bande“ den Band „Das gestohlene Fahrrad“ lesen – gemeinsam mit Vorleserinnen mit und ohne Behinderung, also die Inklusion leben.

Der Vorverkauf boomt - es sind aber noch Karten erhältlich

Derweil boomt der Vorverkauf beim Literaturherbst: Etwa 4000 Karten sind bereits in der ersten Woche verkauft worden. Noch aber ist keine Lesung/Veranstaltung ausverkauft.

Programm und Karten für den Literaturherbst: www.literaturherbst.com oder im Büro, Nikolaistraße 21.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.