Vorstellung der Jahrezahlen

Göttinger Logistikunternehmen Zufall: Über 300 Millionen Euro Umsatz in 2016

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Gute Zahlen bei Zufall: von links Geschäftsführer Jürgen Wolpert, der geschäftsführende Gesellschafter Peter Müller-Kronberg und Geschäftsführer Michael Tillner präsentierten das Jahresegebnis 2016.

Göttingen. Das Göttinger Logistikunternehmen Zufall hat 2016 die 300-Millionen-Euro-Umsatzmarke geknackt. Die Firma sucht neue Standorten - auch in Staufenberg und Neu-Eichenberg.

„Wir blicken sehr zufrieden auf das vergangene Geschäftsjahr zurück“, sagte Peter Müller-Kronberg, geschäftsführender Gesellschafter der Zufall logistics group. Die Umsatzerlöse des international tätigen Unternehmens stiegen um 6,5 Prozent auf 304,8 Millionen Euro (2015: 286,2 Millionen). Die Anzahl der beförderten Sendungen wuchs von 4,6 Millionen auf 4,7 Millionen, was einem Plus von 2,1 Prozent entspricht. Insgesamt wurden an allen neun Standorten des Familienunternehmens rund 100.000 Sendungen mehr befördert als im Jahr zuvor.

Deutlich an der positiven Entwicklung beteiligt war auch 2016 wieder das Geschäftsfeld Kontraktlogistik mit Partnern wie der Göttinger Sartorius AG. „Hier haben wir einen Umsatzerlös in Höhe von 50 Millionen Euro erwirtschaftet, was einen Anteil von 16,4 Prozent am Gesamtumsatz ausmacht“, freute sich der für diesen Bereich zuständige Geschäftsführer Jürgen Wolpert. Der Umsatz mit dem Geschäftsbereich „Night Star Express“ sei dagegen im abgelaufenen Jahr um 6,3 Prozent auf 28,9 Millionen Euro gesunken (2015: 30,9 Mio. Euro). Hauptgrund sei der Verlust eines Großkunden gewesen, der in den Osten umgesiedelt hatte. „Bei den Landverkehren Deutschland nahm der Umsatz um 8,4 Prozent zu und stieg damit auf 119,5 Millionen Euro“, so Wolpert weiter. Dieser Zuwachs sei jedoch auf eine Umverteilung zurückzuführen. „Die Landverkehre Europa trugen mit 72,5 Millionen Euro zum Umsatz bei.“ Das entspreche einem Anteil von 23,8 Prozent an den gesamten Erlösen.

Äußerst positiv verlief die Entwicklung in der Luft- und Seefracht: War der Umsatz 2015 im Vergleich zum Vorjahr noch gesunken, konnte er jetzt deutlich um 114,7 Prozent auf 27,7 Millionen Euro zulegen. „Dieser signifikante Anstieg ist auf das Hinzugewinnen neuer Kunden sowie auf die Übernahme der beiden Unternehmen Team Trans Hamburg und Team Trans Logistics zurückzuführen“, so Wolpert.

Die Anzahl der Beschäftigten hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum geändert. Am 31. Dezember arbeiteten 1962 Frauen und Männer für Zufall – sieben mehr als im Vorjahr. Am Firmensitz in Göttingen stieg die Zahl der Mitarbeiter um 38 auf jetzt 600. Die Zahl der Auszubildenden sank leicht von 159 auf jetzt 155. „Allerdings verzeichnen wir gerade einen deutlichen Zuwachs bei den Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz“, so Peter Müller-Kronberg.

Für das laufende Geschäftsjahr plant das Familienunternehmen wie immer verhalten optimistisch. „Vor allem die Auswirkungen des Brexit und der zunehmende Protektionismus der US-Regierung auf die Warenströme sind noch nicht solide einzuschätzen“, sagt Müller-Kronberg. „Aus diesem Grund rechnen wir mit einem Umsatzwachstum von zwei Prozent.“ (per)

Kontraktlogistik im Blick

Da das Unternehmen Zufall mit der Kontraktlogistik so erfolgreich ist, soll die Logistikfläche im laufenden Jahr um rund 70.000 Quadratmeter auf dann 400.000 Quadratmeter steigen. „Wir wollen weiter wachsen und schaffen Raum dafür“, begründet Jürgen Wolpert die Investitionen. Gebaut wird derzeit unter anderem beispielsweise im Göttinger Gewerbegebiet Siekanger. Hier wird das erst 2014 eröffnete Logistik Center „Distribo“ um 10.000 Quadratmeter auf 25.000 Quadratmeter erweitert. 

„Das Joint Venture mit unserem Kunden Sartorius läuft hervorragend, die Flächen werden dringend benötigt, damit unser Kunde weiter wachsen kann“, sagt Jürgen Wolpert. Dazu reiche der Platz aktuell nicht mehr aus.“ Rund fünf Millionen Euro investiert Zufall in den Anbau, der im Herbst 2017 fertiggestellt sein wird. So läuft auch die Suche nach einem weiteren Logistikstandort in Göttingen und Umgebung. Im Rennen sind das Gewerbegebiet Siekanger sowie die südlicheren Standorte Staufenberg und Neu-Eichenberg. (per)

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