Preis für Direktorin am Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie

Göttinger Max-Planck-Institut: Melina Schuh erhält Auszeichnung

Göttingen. Die Direktorin des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen Melina Schuh hat für ihre Eizellen-Forschung die Colworth-Medaille 2019 erhalten.

Die Auszeichnung der „Biochemical Society“ für Dr. Melina Schuh ist eine Besondere.

Die 37-jährige Biochemikerin hat bereits einige Ehrungen hinter sich. Vielleicht liegt das auch daran, dass sie mit ihrem Team der Abteilung Meiose, das mit ihr 2016 vom renommierten MRC Laboratory of Molecular Biology aus Cambridge (England) zum Göttinger Institut wechselte, ein ganz menschliches Forschungsfeld beackert: Schuh und Kollegen erforschen, wie befruchtungsfähige Eizellen entstehen und warum die weibliche Fruchtbarkeit mit dem Alter abnimmt, die Wahrscheinlichkeit für Fehlgeburten oder ein Kind mit chromosomalen Anomalien wie Down- oder Kinefelter-Syndrom steigt.

Den Ursachen gehen die Forscher in der Abteilung Meiose auf den Grund. Häufigste Ursachen dafür sind Fehler der Reifeteilung der Eizelle, der Meiose, während derer die Eizelle ihren Chromosomensatz halbiert. 

Und eben dabei setzen die Forscher um Melina Schuh an. Sie wollen den Ablauf der Meiose verstehen, die Fehlerkette ergründen. „Dieses Wissen könnte zukünftig helfen, Frauen in ihren späten 30ern und frühen 40ern den Kinderwunsch zu erfüllen sagt die 37-jährige Forscherin.

Untersucht wird die Meiose in Eiszellen von Säugetieren auf molekularer Ebene. Bekannt laut Schuh ist auch bereits, dass die Stabilität der Chromosomen in den Eizellen mit zunehmendem Alter abnimmt, dadurch kann die Chromosomenzahl beeinflusst werden oder die Meiose unzuverlässig ablaufen.

Colworth-Medaille

Die Colworth-Medaille wird seit 1963 vergeben – an junge Biochemiker, die ihre Forschungsarbeit zum Großteil im Vereinigten Königreich oder in Irland bestritten haben. Der Preis ist mit 3000 Britischen Fund dotiert. Melina Schuh jedenfalls ist „sehr begeistert“ gewesen, als sie von der Ehrung erfahren hat. Die Colworth-Medaille sei auch eine Auszeichnung für alle an der Forschung Beteiligten – „seien es meine Mitarbeiter, Kollegen und Mentoren“. (tko)

Rubriklistenbild: © Archivfoto:MPI/nh

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