Protest gegen Invasion in Nordsyrien

Göttinger Menschenrechtler: EU soll Abzug der Türkei aus Afrin fordern

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Ein türkischer Panzer fährt durch die Straßen von Afrin: Laut WHO sind nach der Invasion der türkischen Armee in Nordsyrien etwa 170.000 Menschen auf der Flucht.

Göttingen. Der Direktor der Gesellschaft für bedrohte Völker, Ulrich Delius hat am Sonntag in Göttingen an die Europäische Union (EU) appelliert, bei ihrem bevorstehenden Gipfeltreffen mit der Türkei den sofortigen Abzug der türkischen Soldaten und ihrer Verbündeten aus Afrin in Syrisch-Kurdistan zu fordern.

Die türkische Invasion habe eine Massenflucht von mehr als 170.000 Menschen ausgelöst und eine weitere Destabilisierung der Region verursacht, sagte Menschenrechtler Delius. „Wer in Afrin Besatzungsterror verübt, diskreditiert sich als Gesprächspartner.“ Das EU-Spitzentreffen sollte am Montag im bulgarischen Warna stattfinden.

Zugleich forderte Delius mehr Rechte für religiöse und ethnische Minderheiten in der Türkei. Christen, Jesiden und Aleviten müsse umfassende Glaubensfreiheit garantiert werden. Türkisch-Kurdistan müsse zudem Autonomie eingeräumt und die kurdische Sprache mit der türkischen gleichgestellt werden, um Frieden und Demokratie zu stärken, so Delius.

Jede Vertiefung der Zusammenarbeit mit der Türkei setze voraus, dass die vielen politischen Gefangenen freigelassen und demokratische Grundrechte respektiert würden. „Solange das Erdogan-Regime die Presse-, Meinungs-, Versammlungs- und Organisationsfreiheit in so eklatanter Weise verletzt, gibt es keine Grundlage für einen Ausbau der Zusammenarbeit mit der Türkei“, sagte Delius.

Am Samstag hatten verschiedene Gruppen zum „Welt-Afrin-Tag“ aufgerufen. In der ganzen Welt protestierten Menschen gegen die Invasion der türkischen Armee in Afrin. In Göttingen beteiligten sich rund 300 Teilnehmer an der Demonstration. Linke Gruppierungen übten in diesem Zusammenhang auch deutliche Kritik an der Bundesregierung den deutschen Waffenexporten. (ana/epd)

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