Wegen Corona-Krise

Göttinger Menschenrechtler fordern die Freilassung von Häftlingen in der Türkei

Göttingen – Vor dem Hintergrund der Corona-Krise haben Menschenrechtsorganisationen die türkische Regierung aufgefordert, alle politischen Gefangenen und Untersuchungshäftlinge unverzüglich aus der Haft zu entlassen.

Durch die Pandemie seien Gefangene besonders gefährdet, heißt es in einem Appell der Gesellschaft für bedrohte Völker, der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte und weiterer Unterzeichner in Göttingen.

Die Häftlinge lebten in den türkischen Gefängnissen äußerst beengt, sodass es ihnen in der Regel unmöglich sei, den notwendigen Sicherheitsabstand und die Hygiene-Regeln einzuhalten, hieß es. Zudem sei ihr Zugang zu medizinischer Versorgung eingeschränkt. „Sollte es in einer Haftanstalt zu einem Ausbruch der Krankheit kommen, wären unzählige Menschenleben in Gefahr“, erklärten die Organisationen.

Gleichzeitig begrüßten sie, dass die türkische Regierung die Haftentlassung von bis zu 100 000 Gefangenen plane. Der entsprechende Gesetzentwurf schließe aber die Freilassung von Menschen aus, die aufgrund der umstrittenen „Antiterror-Gesetze“ im Gefängnis säßen. Zu ihnen zählten aus politischen Gründen inhaftierte Oppositionspolitiker, Juristen, Journalisten und Menschenrechtler. Auch sie müssten entlassen werden, denn in Freiheit gehe keinerlei Gefahr von ihnen aus.  epd

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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