5100 Ausweisungen seit August

Nonnen und Mönche in Tibet abgeschoben: Göttinger Menschenrechtler empört

+
Larung Gar ist ein von Tibetern bewohnter Ort in China und eins der größten religiösen Institute weltweit. Nun zerstört China Teile davon, „aus Brandschutzgründen“.

Göttingen. China habe begonnen, das größte Lehrinstitut der Welt für tibetischen Buddhismus abzureißen, kritisierte die Gesellschaft für bedrohte Völker am Mittwoch in Göttingen.

China beschneidet nach Angaben von Menschenrechtlern weiterhin massiv die Religionsfreiheit in der Region Tibet. Erneut seien 500 Nonnen und Mönche aus dem buddhistischen Kloster Larung Gar ausgewiesen worden. Seit August habe es von dort insgesamt 5100 Ausweisungen gegeben.

Larung Gar ist weltweit das größte Lehrinstitut für tibetischen Buddhismus. Die chinesische Führung hatte Anfang des Jahres angekündigt, die Zahl der Bewohner zu verringern und dies offiziell mit Brandschutz begründet.

Die an Heiligabend vertriebenen Nonnen und Mönche wurden nach Angaben der Menschenrechtsorganisation mit Bussen und Militär-Lastwagen zu einem provisorischen Auffanglager gebracht. Zeitgleich seien ihre rund 400 Häuser in Larung Gar mit Bulldozern zerstört worden. Die Behörden hätten aber niemals ernsthaft versucht, gemeinsam mit den Betreibern von Larung Gar eine Lösung für die zeitweilige Überfüllung des Klosters zu finden, hieß es. Die chinesische Regierung wolle „um jeden Preis den Einfluss des Dalai Lama und des tibetischen Buddhismus verringern“. So seien nun strenge Auflagen erlassen worden, um den Zuzug nach Larung Gar zu regeln. Jeder Mönch und jede Nonne müsse zukünftig eine „politische Aufnahmeprüfung“ absolvieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.