Hohe Ehrung für Scholl-Lab-Gründer

Göttinger Physikprofessor Dr. Gerd Meier erhält Verdienstkreuz für Nachwuchsförderung

Prof. Dr. Gerd E.A. Meier (links) bekommt von Göttingens OB Rolf-Georg Köhler das Bundesverdienstkreuz überreicht.
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Prof. Dr. Gerd E.A. Meier (links) erhielt das Bundesverdienstkreuz. Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler zeichnete ihn im Namen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier aus.

Der Göttinger Physikprofessor Dr. Gerd Meier ist von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) für seine Nachwuchsförderung mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.

Göttingen - Der ehemalige Direktor des Göttinger Instituts für Experimentelle Strömungsmechanik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) gründete im Jahr 2000 das erste DLR-School-Lab. Das anfängliche Funklabor, berichtete Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) in seiner Laudatio im Alten Rathaus, wurde für die Expo 2000 zu einem großen Schullabor ausgebaut.

Diese Initiative, ergänzte Meier, habe ihn seinerzeit fast die Stelle gekostet. Der DLR-Vorstand in Köln sei verärgert gewesen, weil der Direktor sich das Projekt nicht vorher habe genehmigen lassen. Bald sei den Kölner jedoch der Wert des Labs für die Öffentlichkeitsarbeit bewusst geworden. „Gute PR“ sei dem Vorstand offenbar „das Wichtigste“, spottete Meier.

„Heute gibt es 13 DLR-School-Labs“, sagte der Oberbürgermeister. Dort setzen sich jährlich 40.000 Schüler „mit authentischen Forschungsfragen und Arbeitsweisen“ auseinander. Die Labore, die das Interesse an Mathematik, Ingenieurs- und Naturwissenschaften sowie an Technik, den Mint-Fächern, weckten, hätten einen „wichtigen Einfluss auf die Berufswahl“.

Allein in Göttingen profitierten in zwei Jahrzehnten mehr als 400.000 Jugendliche von der besonderen Nachwuchsförderung. Zudem ließen sich jährlich 1.000 Lehrkräfte in den School-Labs fortbilden.

Meier (Jahrgang 1937), ein gebürtiger Bottroper, betonte in einer Dankesrede seine Verbundenheit mit Göttingen, wo er seit mehr als 60 Jahren lebt. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit als Direktor habe er für den Erhalt des DLR-Standorts in Göttingen kämpfen müssen, erinnerte sich der Physiker.

Köln habe den „schändlichen Plan“ gehegt, die traditionsreiche Einrichtung an der Bunsenstraße aufzulösen. Gemeinsam mit dem damaligen niedersächsischen Wissenschaftsminister, Thomas Oppermann (SPD), habe er das verhindert.

Mit dem späteren Bundestagsvizepräsidenten habe er bis zu dessen überraschenden Tod im vergangenen Jahr in E-Mail-Kontakt gestanden, erzählte Meier. Zuletzt hätten sie sich aufgrund der Pandemie über die Verteilung von Aerosolen im Raum ausgetauscht.

Über dieses Thema forscht das DLR in Göttingen seit Ende der 1980er Jahre. Das zeige, dass „vorausschauende Forschung die Allgemeinheit vor Schaden bewahren“ könne. Oppermann habe Meiers Hinweise in Berlin einbringen können. (Michael Caspar)

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