Virtuellen Tagung im Internet

20 Jahre Stud.IP: Göttinger Plattform-Software feiert Geburtstag

Drei Macher von Stud.IP in Göttingen: (Vom links) Gründer von Stud.IP und Vorsitzender des Vereins Stud.IP Cornelis Kater, Geschäftsführer von Data-Quest Marco Bohnsack und Geschäftsführer von Data-Quest und Gründer von Stud.IP Stefan Suchi.
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Drei Macher von Stud.IP in Göttingen: (von links) Gründer von Stud.IP und Vorsitzender des Vereins Stud.IP Cornelis Kater, Geschäftsführer von Data-Quest Marco Bohnsack und Geschäftsführer von Data-Quest und Gründer von Stud.IP Stefan Suchi.

Sechs freiwillige Hilfskräfte und Dozenten der Universität Göttingen haben vor 20 Jahren die Software für Lernplattformen Stud.IP entwickelt.

Göttingen – Um das 20-jährige Bestehen zu feiern, richtet Data-Quest am Mittwoch und Donnerstag, 16. und 17. September, eine virtuelle Internettagung aus. Teilnehmen können alle, die in der Online-Lehre arbeiten, insbesondere an Hochschulen.

Ein Gründer der ersten Stunde ist Stefan Suchi. Er ist heute Geschäftsführer von Data-Quest, der Firma, die Stud.IP betreibt. Damals war der Biologe noch eine Hilfskraft an der Universität Göttingen. „Jeder konnte ein bisschen programmieren, aber unsere Schwerpunkte lagen woanders“, sagt er. Bereits vorher habe es elektronische Seminarordner gegeben, die über Disketten liefen.

„Es war viel Arbeit, das per Hand zu betreuen“, sagt Suchi. „Wir haben dann das gebaut, was wir uns gewünscht haben“, sagt Cornelis Kater, auch Gründer von Stud.IP und Vorsitzender des Vereins Stud.IP, der sich für die Förderung der Online-Ausbildung einsetzt.

Dozenten können Material teilen, Sprechstunden vergeben und die Raumvergabe organisieren. Besonders an Stud.IP seien vor allem die vielen Kontaktmöglichkeiten von Studenten und Dozenten, aber auch von Studenten untereinander. Chaträume für zwei Personen und Gruppen werden genutzt, zunehmend auch Videokonferenzen.

„In welchem Umfang eine Universität das anbietet, hängt auch mit der Leistungsfähigkeit ihrer Server zusammen“, sagt Marco Bohnsack Geschäftsführer von Data-Quest. Er gehörte zu den ersten Studenten, die mit Stud.IP gearbeitet haben. „Ich war begeistert, dass man nicht mehr ständig Dokumente kopieren musste“, sagt er.

Im ersten Semester mit Stud.IP an der Universität Göttingen sei die Plattform nur in zwei Veranstaltungen der Universität Göttingen zum Einsatz gekommen, im Zweiten in 20. Mittlerweile wird sie von mehr als 40 Universitäten und Hochschulen genutzt.

Hinzu kommen 45 Landeseinrichtungen und -behörden sowie Verbände wie der Deutsche Fußballbund. Er nutzt Stud.IP zur Schiedsrichterausbildung. So habe sich die Plattform-Software neben Moodle und Ilias zu einer der drei größten für Online-Lehre in Deutschland entwickelt. „Wir sehen uns aber nicht als Konkurrenten, sondern arbeiten gemeinsam daran, die Online-Lehre besser zu machen“, sagt Kater.

Durch die Corona-Pandemie habe es einen Digitalisierungsschub gegeben, von dem auch Stud.IP profitierte. „Die Nutzung der Software ist um das 2,5-Fache gestiegen“, sagt Bohnsack: „Videokonferenzen werden nun 20 häufiger genutzt.“ Zunehmend würde auch die Verwaltung über Stud.IP abgewickelt, da viele Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiteten.

Trotz den Möglichkeiten, durch die Software ist sie lizenzkostenfrei. Data-Quest bekommt Einnahmen von Dienstleistungen zur Unterstützung der Nutzer und durch das Programmieren besonderer Aufträge, manchmal auch durch Projekte.

„Angefangen haben wir ohne Finanzierung“, sagt Suchi: „Das hat gut geklappt, weil uns die Institute der Universität unterstützt haben.“ Erst nach zwei Jahren habe es erste Förderungen gegeben. Damals stieg auch das Göttinger Software-Unternehmen Data-Quest ein.

Nun steht die Tagung zum 20-jährigen Bestehen bevor. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung auf der Seite Studip.de/tagung notwendig. Dort gibt es auch weitere Informationen.

Von Fabian Becker

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