Risikoreicher Trend

Zu gefährlich: Hoverboards sind im Straßenverkehr verboten

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Cool unterwegs: Die Polizei warnt davor, Hoverboards und ähnliche Geräte im Straßenverkehr zu nutzen. 

Göttingen. Sie gehören zu den Trend-Weihnachtsgeschenken: Hoverboards. Die Nutzung der Rollbretter mit Elektro-Antrieb auf der Straße ist verboten. Wir erklären warum. 

Der Nutzer steht bei Hoverboards freihändig auf einer Trittfläche zwischen den Rädern. Durch geschickte Gewichtsverlagerung wird das Board gesteuert.

Göttingens Verkehrssicherheitsberater Jörg Arnecke macht allerdings klar: Das Gerät darf nur auf Privatgrundstücken und nicht auf öffentlichen Straßen genutzt werden. Bislang hat die Polizei noch keine illegalen Nutzer erwischt. Die Beamten gehen aber davon aus, dass zum Weihnachtsfest viele der Boards unter dem Baum liegen.

Hoverbords gelten rechtlich als Kraftfahrzeuge

Wer das Verbot missachtet, dem kann erheblicher Ärger drohen. Das Problem: Die Fahrzeuge sind laut Herstellerangaben in der Regel schneller als sechs Kilometer pro Stunde und gelten damit rechtlich als „Kraftfahrzeuge“. Folge: Die Nutzung ist führerscheinpflichtig. Außerdem unterliegt das Fahrzeug dem „Pflichtversicherungsgesetz“.

Jörg Arnecke

Ein weiteres Problem: Aufgrund nicht vorhandener Bremsen verfügen die Boards über keine Zulassung für die Straße. Deshalb bieten die Versicherungen für diese Fahrzeuge keinen Schutz an. Bei einem möglichen Unfallschaden verweigert zudem die private Haftpflichtversicherung eine Schadensübernahme, da dieser durch ein Kraftfahrzeug verursacht wurde. Und: Wird das Board ohne gültige Versicherung im Straßenverkehr bewegt, so begeht der Fahrer eine Straftat.

Führerschein für Hoverboards?

Für den öffentlichen Straßenverkehr wird für das Hoverboard zudem ein Führerschein der Klasse A (Motorrad) oder B (Auto) benötigt, da es bei Fahrten auf der Straße ja ein „Kraftfahrzeug“ ist. Wenn der Führerschein nicht vorhanden ist, kommt noch eine Straftat nach dem Straßenverkehrsgesetz hinzu.

Außerdem droht noch ein Konflikt mit dem Kraftfahrzeugsteuerrecht: Wer mit dem Board auf der Straße unterwegs ist, muss unter Umständen mit einer Nachversteuerung durch den Zoll rechnen.

Ohnehin gibt es für den Hoverboard-Nutzer auf öffentlichen Straßen ein Knöllchen mit einem Bußgeld von 70 Euro und einem Punkt in Flensburg, so die Göttinger Polizei. 

Tipps der Polizei zum Umgang mit Hoverboards

Die Polizei hat mehrere Tipps zum Thema Umgang mit Hoverboards: Nutzen Sie die Geräte nur auf Privatgrundstücken. Und: Lassen Sie dort nur eine Nutzung zu. Beugen Sie schweren Verletzungen durch das Tragen einer Schutzkleidung und eines Helms vor. Beachten Sie die Produktbeschreibung des Herstellers. Informieren Sie sich vor dem Kauf eines „Hoverboards“ über die verkehrsrechtlichen Bestimmungen.

Hoverboards "schon wieder out": Das sagen Jugendliche

Bei Schülern in Göttingen sind die sogenannten „Hoverboards“, Rollbretter mit Elektroantrieb, offenbar kein Thema. Über das Verbot im Straßenverkehr wissen viele von ihnen Bescheid: „Ich bin bei einem Kumpel damit gefahren. Der erzählte mir von dem Verbot“, sagt Luca, 13 Jahre und Schüler am Felix-Klein-Gymnasium. „Die Dinger sind zu teuer, uncool und längst wieder out“, meint der neben ihm stehende 14-jährige Mohammed. „Die Teile sehen doch einfach lächerlich aus. Wir würden damit nie auf der Straße fahren“, sagen auch die beiden Schüler Michael und Mara. Janos und Sean halten die elektrischen Bretter sogar für sehr gefährlich: „Die haben doch einen Motor. Da müsste man dann ja auch einen Führerschein und ein Nummernschild haben.“

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