Göttinger Polizei: Kaum Straftaten von Flüchtlingen

Göttingen. Die Polizei hat in den vergangenen Monaten in Südniedersachsen nur wenige Straftaten von Flüchtlingen festgestellt. Das machte Göttingens Polizeipräsident Uwe Lührig am Montag deutlich.

Erst seit Anfang November werden statistische Zahlen darüber geführt, wenn Flüchtlinge als Täter oder Opfer von Straftaten auftauchen. Jetzt liegen die ersten Daten vor: Demnach gab es von November bis Januar 4400 Straftaten im Bereich von Stadt und Landkreis Göttingen. In 188 Fällen waren Flüchtlinge beteiligt – das sind etwa vier Prozent. 50 Prozent der Vorfälle mit Flüchtlingen waren dabei Diebstähle, meist von Dingen mit geringem Wert. Unter den Straftaten sind aber auch Schwarzfahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Und dafür äußerte Lührig auch Verständnis: Er bezweifelte, dass jeder Deutsche das Lösen von Fahrkarten am Automaten begreift. „Wir haben alles im Griff und sind gut aufgestellt“, sagte Lührig am Montag.

Absolut beruhigt habe sich die Lage im Grenzdurchgangslager Friedland, sagte der Göttinger Polizeichef. Seitdem die Einrichtung nicht mehr so stark belegt sei, gebe es dort kaum noch Einsätze für die Beamten.

Weiterhin berichtete Lührig, dass es ständig Gespräche mit den Betreibern der Flüchtlingsunterkünfte gibt. Ein Ergebnis: In vielen Quartieren wurden inzwischen Räume der Stille eingerichtet, damit Gebete möglich sind. Hintergrund: In Hildesheim hatten Mitglieder einer salafistischen Moschee versucht, Flüchtlinge zum Gebet in ihre Räume zu holen. Das wurde inzwischen unterbunden.

Der oberste Göttinger Polizist war sich mit Landrat Bernhard Reuter und Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler mit Blick auf die Gemeinschaftsquartiere einig, dass es wichtig ist, die Flüchtlinge nach der Anerkennung schnell in Wohnungen unterzubringen. „Sonst haben wir ein Problem.“

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